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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 8. 7. 1897
Schnitzler, Arthur
Bad Ischl
Empfang: [9. 7. 1897 – 13. 7. 1897?]
Hofmannsthal, Hugo von
Bad Fusch
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,59
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.952 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 88–89.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 334–335.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 8. 7. 1897. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00694.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00694«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 8. 7. 1897

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 8. 7. 1897

|Ischl 8. 7. 97
Mein lieber Hugo, gestern ist Ihr Brief aus der Fusch gekommen. Ich freue mich sehr, dss es Ihnen gut geht und weiss dss manche von den Versen die Sie »versuchen«, Ihnen gelingen werden. Glauben Sie das nicht selbst? Ich selbsschreibe an einem Stück, dessen zweiten Akt ich heute begonnen habe. Es ist nicht das, was ich mir vorgenommen habe, sondern ein andres, das mir als Einfall bereits vor ein paar Monaten in Wien gekommen und mir plötzlich, in den zwei ersten Tagen meines Ischler |Aufenthalts mit großer Lebendigkeit, Scene für Scene klar geworden ist. Ich habe den ersten Akt mit viel Liebe geschrieben, bin gegen den Schluss mistrauisch geworden und fand ihn beim Durchlesen vorgestern blass. Aus verschiedenen Gründen ist die ganze Stimmung wieder ins dunklere hineingerathen, aber die Hoffnung, dss es wieder besser wird, darf bestehn. Ich werde weiter arbeiten, wie man unter drohenden Wolken weiterfährt; (was doch eigentlich ein recht stupider Vergleich ist.) ((Ich hätt ihn doch ausstreichen können, ganz einfach?))
|Ich muss vielleicht bald nach Wien, da ich in der Wohnungsfrage in der bekannten, noch mancherlei oder vielmehr alles zu ordnen habe. Das ursprünglich geplante Häuschen im Gebirg ist mir weggeschnappt worden. Es issehr ärgerlich. Natürlich bleibt es trotzdem bei unserm Salzburg, und ich freu mich sehr darauf. Sagen Sie mir nur gleich das genaue Datum, da ich mit den Tagen haushalten muss.
Morgen schicke ich Ihnen den 2. Band Mozart. – Richard arbeitet wirklich; er scheint im dritten Capitel zu sein. |Wenigstens hat er kaum zu was anderm Zeit und ist eine Radelraunzen wie ein kleines Kind.
Neulich bin ich nach Unterach zu Stri’s geradelt; sonst mach ich nur ganz kleine Spazierfahrten, und plaudre mit einer merkwürdig gescheiten Frau sehr viel, die Humor hat, und ich versuche mich zu erinnern, ob ich schon je eine Frau mit Humor gekannt habe. –
Schreiben Sie mir bald.
Ich lese noch immer Tolstoi u Brandes.
Herzlich der Ihre
Arthur.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main