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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: [19. 7. 1898]
Hofmannsthal, Anna von; Schnitzler, Arthur
Fusch an der Großglocknerstraße
Empfang: [20. 7. 1898 – 24. 7. 1898?]
Hofmannsthal, Hugo von
Tschortkiw
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hofmannsthal, M8
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.726 Zeichen
Handschrift Anna von Hofmannsthal schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Handschrift Arthur Schnitzler schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 351.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Anna von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, [19. 7. 1898]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00824.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00824«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 19. 7. 1898

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Traumtagebuch

Traum vom 19. Juli 1898

Quelle: Arthur Schnitzler: Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth und Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2012 (Bibliothek Janowitz, Bd. 20)

Weiteres

Anna von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, [19. 7. 1898]

|Fusch den 19/7.

Mein lieber kleiner Hugi!

Heute ein prachtvoller Sommertag! der gute Papa ist mit Arthur, der gestern nach unserem Souper angefahren kam, nämlich Dr Schnitzler ist dieser Arthur in Ferleithen von wo sie vor Tisch zurück kehren wollen. Die liebe kleine Dora, die einer Erkältung wegen mit ihrer Familie die auch nach Ferleithen ist nicht mit konnte, sitzt neben mir auf der Veranda und kocht mit den 2 Flatscherkindern. Papa hat ein sehr hübsches Flanellhemd und seinen schwarzen Gürtel angezogen, eine affectirte schottische Kappe aufgesetzt, und ist mit der »Liebelei« die ich nicht sah, weil ich noch im Bette lag, frischen Muthes um ½ 8 Uhr früh ab.
Seit es schön ist, fühlt sich Papa unberufen sehr wohl, ist lustig und zieht sich sehr gepflegt an. Über Alles das sind wir froh, nicht wahr lieber Hugi.
|Sehr stolz bin ich darauf, daß Du mit meinem Brief so zufrieden bist!
Amusantes kann ich Dir eigentlich nichts schreiben, aber von alldem was hier vorgeht, und wie uns zu Muthe ist, davon weißt Du immer! –
Gestern war ich fast den ganzen Nachmittag im Wald oben, und habe so recht nach Herzenslust mit den Speyermädeln geplauscht. Dann bin ich mit Papa auf der Anna Bank gemüthlich geseßen, und bei Arthur’s Souper assistirten wir auch. Wir sind mit ihm unter den Bäumen vor dem Fliegensalon geseßen. Also 12 Stunden in der besten Luft, die es überhaupt giebt. Ich seh schon, wie Du jetzt lachst, daß ich die Fusch schon wieder so lobe! –
Während ich mit Dir plaudere, kommt abwechselnd die kleine Nani und der Martin, und zeigen mir die schönen Sachen, die sie am Tisch neben an, in dem Geschirrl das |wir ihnen mitbrachten, kochten. Sie sind wirklich liebe Fratzen, und machen mir viel Spaß, und komme ich mir um Vieles jünger vor wenn ich mit Kindern oder jungen Mädeln bin. Du weißt, daß mich die Frauen in meinem Alter nur mäßig anregen. Eigentlich verstimmen sie mich mehr, und fühle ich dann mein Alter! es ist das eine Schwäche von mir deren ich mich aufrichtig gesagt aber nicht schäme.
Abends wollen wir heute wieder zu Weilguni gehen, schöne Musick hören. ich freue mich sehr darauf, denn das ist mir ein großer Genuß für mich.
Damit die Schreiberei noch animirter wird, werfen die Kinder über unter und neben mich den Ballen. Unglaublich, was sie heute treiben, aber mich stört es nicht und spiele ich immer wieder selbst mit ihnen.
 
|[handschriftlich Arthur Schnitzler:] mein lieber Hugo, aus Ferleiten haben Sie schon meinen gedruckten Gruss bekommen, nehmen Sie noch einen geschriebnen aus der Fusch. Ich freue mich sehr hiehergekommen zu sein; vor zwanzig Jahren oder mehr bin ich zum letzten Mal hier gewesen. Jetzt eben komm ich mit Ihrem Papa aus Ferleiten zurück und Ihre Mama offerirt mir diese leere Seite. So werd ich mit Liebenswürdigkeiten überschüttet.
Auf Wiedersehen!
Von Herzen Ihr Arthur.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main