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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 22. 3. 1899
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [23. 3. 1899 – 27. 3. 1899?]
Hofmannsthal, Hugo von
Berlin
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,80
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.375 Zeichen
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 119–120.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 369.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 22. 3. 1899. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00908.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00908«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 22. 3. 1899

Aufenthaltsorte
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 22. 3. 1899

|22. 3. 99
Mein lieber Hugo! ich danke Ihnen sehr dss Sie noch einmal bei mir waren. Was soll ich Ihnen heute weiter sagen. Ein Tag ist schrecklicher als der andre; es ist viel grauenvoller und hoffnungsloser als irgend ein Wort darüber. Ich habe das Gefühl, fertig zu sein; Zeichen genug werden mir gesandt! Vom Morgen aus der Ausblick ins leere, |leere – die Erinnerungen an ihr Leben voll Pein, an ihren Tod von einer grenzenlosen Entsetzlichkeit. .  die letzten Blicke, die letzten Worte unvergeßlich – die letzte Angst auf immer alles zerstörend, was noch kommen könnte. Eine ungeheure Gleichgiltigkeit gegen alles, was mir auch Inhalt des Lebens schien – schauen ins leere, |greifen ins leere, jammern ins leere.
Vielleicht fahre ich auf einen Tag nach Graz, wo ihre Schwester und jetzt auch ihr Vater u von morgen an ihre Mutter ist. Alle Menschen sind sehr gut zu mir; – ich möchte danken können. Eine Einsamkeit ohne gleichen – ich muß dran denken, wie ich doch immer die Menschen zu schildern versucht habe, die ihr geliebtestes verlieren – |es gibt eben etwas, das nicht auszudrücken ist – so gut wie die Ewigkeit, die Unendlichkeit: – die Einsamkeit, das Vereinsamtsein; vereinsamt werden.
Leben Sie wohl, liebster Hugo. Kommen Sie bald zurück!? Bitte schreiben Sie mir nur äußere Vorkommnisse, nichts darüber.
– Sagen Sie es Brahm u Hirschfeld, damit sie’s wissen, wenn ich komme.
Von Herzen Ihr Arthur
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main