|24/3 99
mein lieber Hugo, wenn ich früher nach
Berlin fahre, so doch erst
Ostern, mit meinem Bruder (Chirurgencongress). Sagen Sie mir, wann Sie wieder nach Wien kommen. Vielleicht fahr ich morgen nach Graz, dort sind jetzt ihre Eltern. Es brennt
in mir weiter, ganz wie wenn alles von dem |tobenden Schmerz aufgefressen werden sollte. Nie nie
versteht man es.
Wie soll das mit meinen in B. werden. Jeder Satz ist beinah eine
gemeinschaftliche Erinnerung – wie jeder Gedanke dieser vier |Jahre, wie jedes Haus, jeder Stein, jeder Mensch in Wien; wie meine ganze Existenz. –
Schreiben Sie mir bitte wie Sie leben, wen Sie sehen.
Ihr Vater war bei mir, ich
aber nicht zu Haus. Viel bin ich mit Gust.
Schw. zusammen, auch mit Richard, Salten.
Von Herzen Ihr
Arth
Arth
Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main