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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 12. 8. 1901
Hofmannsthal, Hugo von
Rodaun
Empfang: [13. 8. 1901 – 17. 8. 1901?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.732 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift die Jahreszahl ergänzt: »901«
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »178«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 151–152.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 12. 8. [1901]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01161.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01161«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 12. 8. 1901

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 12. 8. [1901]

|Rodaun 12 VIII

mein lieber Arthur

ich freu mich so herzlich darüber, dass Sie diesen Sommer zufrieden hinbringen. Daran kann man glaub ich, am deutlichsten selbssehen, wie gern man jemanden hat: ob es einen sehr freut, zu hören, dass er sich wohlfühlt. Könnte ich das gleiche nur auch von Richard einmal hören. Was für ein sonderbares Verhängnis ist über diesem Menschen bei fast lauter glücklichen Anlagen und Umständen.Das ist |eine besonders schöne Überraschung, dass ich Sie so bald wiedersehen werde. Das hatte ich mir nicht gehofft.
Da werden wir zusammen radfahren. Es ist wirklich so was schönes das Radfahren. Ich fahre immer gegen Abend, mit meiner Frau oder allein. Wie schön sind diese niederösterreichischen Dörfer, die dunklen Laubmassen auf den Hügeln, der starke grüne kühle Geruch eines schattigen Abhanges, die weißen Straßen hügelan und -ab, die bäurischen kleinen Gärten. Alles riecht so eigen, athmet einem sein |Wesen entgegen, jede Stunde hat ihren besonderen Geruch; wie schön ist es das alles zu fühlen.
Ich habe von hier immer ein Stück bergauf, aber dann sschöne Wege; gegen die Westbahn hin, Tullnerbach, Pressbaum, oder über die Sulz nach der Heiligenkreuzerseite.
Den Vormittag, ohne Ausnahme, arbeite ich an meinem großen Stück, mit sehr viel Zurückhaltung und Überlegung, ganz anders als sonst. Es ist |ja auch zum ersten Mal in meinem Leben eine wirklich dramatische Aufgabe. Schwer ist es, die Masse drängt so von allen Seiten auf einen ein. Ich schreibe den ersten Act in Prosa, vorläufig, um mich zur äußersten Deutlichkeit und Reallität in der Exposition zu zwingen.
Vom zweiten Act an geht die Handlung reißend vorwärts, einer der inhärenten Vorzüge dieses Stoffes.
Leben Sie wohl. Auf recht bald.
Von Herzen Ihr
Hugo
    Bildrechte © University Library, Cambridge