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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: [22.?] 2. 1902
Widmann, Joseph Victor
Bern
Empfang: [23. 2. 1902 – 27. 2. 1902?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 113
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 13 Zeichen
Herstellung

Gedruckte Danksagung

Handschrift schwarze Tinte (Unterschrift)
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift beschriftet: »Widmann«
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand datiert: »1902«

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Joseph Victor Widmann an Arthur Schnitzler, [22.?] 2. 1902. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01205.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01205«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 22. 2. 1902

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Peter Nansen, 22.2.1902

Quelle: Peter Nansen - Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel zweier Geistsverwandter. Hg. Karin Bang. In: Småskrifter fra CØNK, Nr. 9, 2005, S. 1-60.

Weiteres

Joseph Victor Widmann an Arthur Schnitzler, [22.?] 2. 1902

      |Vor’s Portal für Jubelgreise
      Gängelt Ihr mich lobesam,
      Da nun meine Lebensreise
      An die Sechz’ger-Ecke kam.

      Am Portal giebt’s lust’gen Thorschnack
      Zeitungsflaggenwimpelei,
      Künft’ger Nekrologe Vorschmack
      Und wie lieb ich vielen sei.

      Aber diese Zeitungsflaggen,
      Die mir heute freundlich wehn,
      Haben doch den Schalk im Nacken
      Und ich kann sie gut verstehn.

      Was mir manchmal schon als Ahnung
      Leise durch die Seele glitt,
      Wird zur öffentlichen Mahnung:
      »Du bist alt! Thu nicht mehr mit!

      »Wie’s mit Winterstrahlenschrägheit
      »Jetzt die Alterssonne meint,
      »Fass’ es klug: Erlaubt ist Trägheit,
      »Die von nun an Würde scheint.«

      |Hm! Das laß ich mir gefallen,
      Wenn Ihr’s nicht zu wörtlich nehmt.
      Und ich sage Dank Euch allen,
      Die mich heut’ bediademt

      Oder doch bediaduselt
      Mit so manchem art’gen Wort.
      Musen! Jetzt ist ausgemuselt!
      Alle neune schick’ ich fort.

      Aber dass aus ihren Haaren
      bleibt ein holder Duft zurück,
      Der in neue Schreibgefahren
      Lockt, in neuer Träume Glück, –

      Dieses gänzlich zu verhüten,
      Steht nur schwer in meiner Macht;
      Sieht man doch auch späte Blüten,
      Wenn vom Frost der Wald schon kracht.

      Nehmt sie, wenn sie sprießen sollten,
      Dann als Dank für Eure Huld.
      Denn, je mehr ein Mann gegolten,
      Um so mehr steht er in Schuld.
Bern, am 20. Februar 1902.
[handschriftlich:] J. V. Widmann
    Bildrechte © University Library, Cambridge