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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 7. 1. 1903
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [7. 1. 1903 – 11. 1. 1903?]
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,101
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.936 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung eine längere Unterstreichung von unbekannter Hand mit Bleistift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 165.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 453–454.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 7. 1. 1903. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01263.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01263«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 7. 1. 1903

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Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 7. 1. 1903

|7. 1. 903.
mein lieber Hugo, zum 2. Akt wäre vielleicht noch folgendes zu bemerken: wie wenn die Angst der Verschworenen nicht ganz ohne concrete Ursache gewesen wäre? Unter den harmlosen Spaziergängern könnte irgend ein nicht ganz harmloser sein; – einer von den Verschworenen auf die Straße, greift ihn auf, thut ihn ab (wie, ist Ihre Sache). Ich glaube, mit 5–6 Zeilen ist das zu machen und Sie gewinnen für den Zuschauer den Eindruck der wirklichen Gefahr, befreien ihn von |dem unbewußten, aber dem fernern Interesse nicht ganz unschädlichen Aerger, mit den Verschworenen aufgesessen zu sein. »Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht« gehört in gewissem Sinne zu den dramatischen Warnungen.
– Ferner: Sie steigern u vereinfachen den 3. Akt – wenn Sie das Motiv der leidenschaftlichen Liebe Jaffiers für seine Frau mindestens für einige Augenblicke mit meinethalben übertriebener Heftigkeit |durchblitzen lassen. Es ist ja da, ich weiss, – aber entspricht es nicht sogar dem Wesen Ihres Jaffiers besonders, wenn er diese Empfindg, zu seiner eignen Rechtfertigung, in einer historisch-komödiantenhaften Weise, ausdrückt, vorträgt, ja die Scene damit erfüllt?
– Es war gestern wahrhaftig so viel von den paar technischen Zweifeln die Rede, die rege wurden, dass man nicht dazugekommen ist, das viele gute ja außerordentliche zu begrüßen, |das Sie uns gegeben haben. Aber ich bin heute mit der Erinnerung an etwas prangendes, flutendes, kraftvolles aufgewacht, als das sich Ihr Stück im Nachgenuss meldet; und finde insbesonders, dass Sie diesmal Ihrem Vers, ohne dass er an Schönheit das geringste verloren, das dramatischhinstürmende verliehen haben wie noch nie zuvor. Ich glaube an die Zukunft dieses Stücks auf dem Theater. Leben Sie wohl und freuen Sie sich nur, dass Sie sowas geschrieben haben. So gut wie man sich selber freut, – freut sich doch kein andrer – denn das besste an dieser Freude sind die Schaffenserinnerungen, die im geheimen mitzittern. Ihr A.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main