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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 7. 11. 1909
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Empfang: [7. 11. 1909 – 11. 11. 1909?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.403 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift beschriftet: »Hugo«
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »311«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 247.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 7. 11. 1909. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01885.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01885«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01885.html |titel=Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 7. 11. 1909 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1909-11-07 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 7. 11. 1909

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 7. 11. 1909

|Sonntag 7/11 09.

mein lieber Arthur

wir waren neulich so eifrig mit mehr und minder energischen dramaturgischen Vorschlägen, dass vielleicht nicht ganz deutlich geworden ist, wie sehr man unter dem charme der eigentlichen Haupthandlung des Stückes war. Es ist eine außerordentliche Woltat, einmal durch sprungweise Visionen vorwärts gebracht zu werden |und nicht, wie man es gewöhnt ist, bloß durch Entwicklung der Charaktere.
Aber ich glaube, wenn diese Kette von bildhaften Momenten, die zugleich Ballungen des Seelischen sind, richtig von einem Publicum soll genossen werden, so müssen Sie mit aller Härte hineinschneiden, bis (ungefähr) ein normaler |Theaterabend herauskommt. Die Handlung, deren Trägerin Helene (mit Medardus) ist, isstark genug um die Orchestrierung mit Vorgängen von 1809 fast entbehren zu können. Es wäre zu erwägen ob man nicht viel gewänne, wenn man mit roher Hand die Eschenbacher-Tragödie ganz wegschnitte. Gewiss, sie gibt einiges schwer entbehrliche (contrastmäßig); aber sie kostet unendlich viel Zeit, Nerven, |Aufnahmskraft. Für mich lebt das Stück MedardusHelene a. von sich selbst, b von der höchst geistreich verwendeten, occulten Nachbarschaft der dämonischen Napoléon-Figur – und c – aber dies c kommsehr spät – von dem übrigen Beiwerk.
Es müsste sich mit dem Stück ein starker Theatersieg gewinnen lassen, aber mit Opferung des Bagage-trains.
Ich bin fleißig und nähere mich dem Ende.
Ihr
Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge