Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 15. 11. 1910
Bahr, Hermann
Wien
Empfang: [15. 11. 1910 – 19. 11. 1910?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 5b
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 5 Seiten, 2.661 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Handschrift Hermann Bahr schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift (Unterschrift)
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift ergänzt »Bahr«
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »169«
Veröffentlichung 1
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2018, S. 442–443.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 15. 11. 1910. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01980.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01980«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01980.html |titel=Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 15. 11. 1910 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1910-11-15 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 15. 11. 1910

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Erhalt von Isabella Vengerova an Arthur Schnitzler, 14. 11. [1910]

Quelle: Die Korrespondenz von Arthur Schnitzler mit Isabella Vengerova und Zinaida Vengerova. Herausgegeben von Konstantin Asadowski und Martin Anton Müller. In: Hofmannsthal-Jahrbuch zur europäischen Moderne, Bd. 30 (2022), S. 7–91.

Weiteres

Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 15. 11. 1910

|Wien XIII/715. 11. 10.

Lieber Arthur!

Ich habe jeden Tag zu Dir kommen wollen, nie wars möglich, nun muss ich morgen wieder auf Vorlesungen fort, bis zum 5. Dezember.
Lass mich Dir also kurz schreiben, was ich Dir lieber ausführlich gesagt hätte: warum ich nämlich den Gedanken aufgegeben habe, über Dein Stück im Neuen Wr Journal, unabhängig von der ersten Aufführung, bei der ich ja leider nicht sein kann, zu sprechen.
Ich habs in London gleich gelesen, und |dann hier noch einmal. Beide Male war der Eindruck der selbe. Ich habe mich sehr stark für den Medardus selbst interessiert, der mir, kein halber, sondern ein sechzehntelheld, eben darin ein vollkommenes Exempel des Wieners zu sein scheint. Wie es aussieht, wenn ein Wiener zur tragischen Figur wird, das finde ich an diesem Fall wunderbar dargestellt. Allerdings ist das Missverständnis möglich, der Autor habe selbst einen tragischen Helden zeichnen wollen. Ich glaube das nicht und werde darin durch die Schilderung der anderen Wiener im Stück bekräftigt. Diese Schilderung hat freilich erst dann auf mich gewirkt, als ich mir die Mühe nahm, |das Stück im Geiste sozusagen zu inszenieren und es mir Szene für Szene auf der Bühne vorzustellen. Ich rechne ihm das als einen Vorzug an, es ist ein durchaus bühnenmässiges Stück, das dargestellt noch ganz anders wirken muss als aus dem Buch. Wenn es nämlich wirklich dargestellt wird, wenn es bühnenmässig gelöst wird! Und da kam nun, als ich die Besetzung las, meine Hauptsorge. Ich würde herzlich wünschen, dass ich mich völlig irre. Wie ich aber diese Herrschaften, die jetzt im Burgtheater herumdillettieren, und die dortigen hilflosen Inszenierungen kenne, muss ich fürchten, dass sie aus Deinem Stück eine Karikatur machen |werden. Wäre ich nun selbst bei der Première, so könnte ich schreiben: Das was ihr gestern gesehen habt, war gar nicht Schnitzlers Stück, sondern sein Stück ist vielmehr so und so! Da ich selbst nicht dabei bin, könnte ich nur schreiben: Das Stück ist so und so! Aber die Leute, die das lesen würden, werden, fürchte ich, ein ganz anderes Stück gesehen haben. Ich würde über den Medardus schreiben, sie aber werden den Herrn Gerasch sehen und ich fürchte, dass zwischen diesen beiden Personen jede Ähnlichkeit ausgeschlossen ist. Zum Schluss wäre wahrscheinlich der arme Herr Kollege, der die Notiz über die Darstellung und die Aufnahme schreiben müsste, völlig ratlos und würde noch gegen mich polemisieren |müssen. Ich sehe nur Unannehmlichkeiten für Dich und für mich und für alle Beteiligten. Ich hoffe, Du nimmst das so, wie es gemeint ist, und verstehst es.
Grüsse Deine liebe Frau herzlichst und sei selbst herzlichst von uns beiden gegrüsst!
Dein
alter
[handschriftlich Hermann Bahr:] Hermann
    Bildrechte © University Library, Cambridge