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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 18. 12. 1910
Brandes, Georg
Kopenhagen
Empfang: [19. 12. 1910 – 23. 12. 1910?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 17
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.524 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift beschriftet: »Brandes«
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »34«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 98.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 18. 12. 1910. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01991.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01991«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 18. 12. 1910

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Samuel Fischer, 18.12.1910

Quelle: Hans Peter Buohler: Arthur Schnitzlers »Medardus Affairen« Teil 1: Korrespondenzen. In: Hofmannsthal-Jahrbuch ⋅ Zur europäischen Moderne, Jg. 19 (2011), S. 79–215.

Weiteres

Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 18. 12. 1910

|Kopenhagen
18. 12. 10

Verehrter Freund

Wenn ich Sie lese, thut es mir leid, dass ich so weit von Ihnen wohne und so selten Gelegenheit habe, mit Ihnen einige Worte zu wechseln.
Medardus habe ich sehr genau gelesen, laut vorgelesen, um es recht zu würdigen. Sie haben dort ein reiches Bild aufgerollt. Mit Ueberraschung und Freude erfuhr ich aus einer Zeitungsnotits, dass das Stück trotz seiner epischen Anlage erfolgreich aufgeführt worden ist. Die – im Goetheschen Sinn über Kleist fesselnde »Verwirrung des Gefühls« in Medardus ist so recht Ihre Domäne. |Sehr fein ist die schwache Andeutung einer geistigen Verwandtschaft zwischen Helene und Napoleon.
Die ganze Wieneratmosphäre vor 100 Jahren haben Sie geben wollen. Und wenn ich nicht irre, lag es Ihnen besonders am Herzen, zu zeigen, auf welchem Hintergrund von Spiessbürgerlichkeit und lässiger Frivolität, die in Wien zu Hause waren, und auf welchem Hintergrund von unnationalem Wesen und Gehorsam dem Eroberer gegenüber, die in Deutschland hervortraten, der Heroismus einiger Weniger sich geltend machte. Eine nachsichtige Menschenverachtung durchdringt das Schaupiel und findet u. a. in mir ein Echo.
Ich möchte immer gerne wissen, wie es |Ihnen geht und wie es Beer-Hofmann geht, den ich (vor 16 Jahren, glaube ich) mit Ihnen kennen lernte.
Ueber mich selbst ist nichts Interessantes, wenigstens nichts besonders Gutes zu melden. Ich bin nicht krank.
Haben Sie für die Treue Dank, womit Sie bei jeder neuen Arbeit auch an mich denken.
Ich bin Ihr unveränderlicher Freund
Georg Brandes
    Bildrechte © University Library, Cambridge