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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 11. 9. 1911
Hofmannsthal, Hugo von
Bad Aussee
Empfang: [12. 9. 1911 – 16. 9. 1911?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.807 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift die Jahreszahl ergänzt: »911« und beschriftet: »Hugo«
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »332«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 262.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 11. 9. 1911. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02027.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02027«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02027.html |titel=Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 11. 9. 1911 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1911-09-11 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 11. 9. 1911

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 11.9.1911

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 11. 9. 1911

|Aussee, 11. IX.

mein lieber Arthur

die traurige Nachricht fand ich, nach einigen trüben Andeutungen durch Freunde, heute morgens in der Zeitung – so war es unmöglich, zurechtzukommen, um dem Begräbnis Ihrer guten Mutter beizuwohnen.Dass jemand nicht mehr ist, ist auch für den Fernerstehenden unfassbar, ja es ist, als antwortete das menschliche Innere |auf die Zumutung, dies hinzunehmen, mit einer verdoppelten Lebhaftigkeit der Vorstellung. So lebt Ihre Mutter für mich in diesen Stunden – und immer wieder, nach 10 nach 15, nach 20 Jahren kommt für mich ein einsamer Spaziergang, eine stockende Arbeitsstunde, in der ein Todter so völlig auflebt, dies ist eines der Geheimnisse unseres Innern.
Es ist mir ein lieber Gedanke, dass Sie nach der Qual dieser Tage daran |gehen, ein dichterisches Gebilde, in dem so viel Ihres stärksten wahrsten inneren Lebens zusammengedrängt ist, auf die Bühne zu bringen. Dass man auf diese Weise, ebenso wie in den Kindern, irgend etwas von sich weitergibt, gleichsam ans Unendliche weitergibt, ist für mich eine von den Compensationen. Es gibt noch geheimnisvollere, wenn man in das Mysterium des Lebens eindringt, wie es manchmal gestattet, aber |nicht mitteilbar ist. In den Tiefen der Arbeit liegen sie und auch in den Tiefen des aufnehmenden Lebens, und sind Ihnen bekannt wie mir. – Es scheint mir in manchen Momenten als das einzig Natürliche, jetzt zu Ihnen zu fahren und Tage bei Ihnen zu sein. Ich thäte es augenblicklich, wären Sie auf dem Lande, wo ich wirklich andauernd bei Ihnen wäre.
Auch hält mich noch etwas zurück. Mein Vater war diesen ganzen schweren Sommer in Wien, ist jetzt bei uns und freut sich auf eine kleine aufheiternde Reise nach Hamburg u. Kopenhagen, der ich auch meine Herbstarbeitswochen zunächst opfere. Wir treten sie am 16ten von München aus an.
Von Herzen Ihr Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge