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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 25. 10. 1918
Adam, Robert
Wien
Empfang: [25. 10. 1918 – 29. 10. 1918?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 1
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.707 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Adam«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Ordnung von unbekannter Hand nummeriert: »8«
Textzeuge 2
Signatur A, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod.ser. 52.263, 223
Typ Brief
Beschreibung Maschinenschriftliche Abschrift, 1 Blatt, 1 Seite, 2.707 Zeichen
Herstellung Schreibmaschine

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Robert Adam an Arthur Schnitzler, 25. 10. 1918. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02308.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02308«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 25. 10. 1918

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Traumtagebuch

Traum vom 25. Oktober 1918

Quelle: Arthur Schnitzler: Träume. Das Traumtagebuch 1875–1931. Herausgegeben von Peter Michael Braunwarth und Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2012 (Bibliothek Janowitz, Bd. 20)

Weiteres

Robert Adam an Arthur Schnitzler, 25. 10. 1918

|Wien, 25. Oktober 1918

Hochverehrter Herr Doktor!

Ich kann Ihnen vereinbarungsgemäß mitteilen, daß ich die »Yppl«-Komödie nunmehr abgeschlossen und heute zum Abschreiben gegeben habe; im Laufe der nächsten Woche erhalte ich von der Schreibmaschindame, die mit den vielen Dialektworten nicht einverstanden und nahe daran war, ihretwegen das ohnehin horrende Honorar noch zu steigern, die Abschriften ausgefolgt. An der Komödie habe ich bei der Überarbeitung nicht sehr viel geändert; immerhin glaube ich durch Einfügungen den Charakter der Steffi vertieft und auch vom Dr Greil – der allerdings nie und nimmer ein interessanter Mensch werden wird – ein klareres |Bild gegeben zu haben; diese Zusätze betreffen fast ausschließlich den 3. Akt (Straße). Das geistreiche Dilettantenstück habe ich, soweit es anging, gekürzt. Ueber den 4. Akt müßten allerdings die Schauspieler, deren Aufgabe, Dilettantenschauspieler zu imitieren, schließlich keine undankbare ist, hinweghelfen.
Ich möchte nun anfragen, hochverehrter Herr Doktor, wie ich es mit der Verwertung meines Produkts am Besten anfinge. Daß mir sehr viel daran liegt, diesmal anzukommen, brauche ich nicht erst zu schreiben; dazu kommt nun aber doch noch der Umstand, daß es mir nun auch aus materiellen Gründen äußerst erwünscht wäre, mein Stück irgendwo akzeptiert zu wissen. Da es ganz unpolitisch und nicht einmal gar so unmoralisch ist, wird ihm die Neugestaltung Österreichs, hoff’ ich, nicht hinderlich in den Weg treten.
Ich habe auch daran gedacht, ob es nicht vielleicht anginge, das |Stück vor allem einem Schauspieler zu geben, der eine der dankbarsten Rollen zu spielen hätte, etwa den Präsidenten? Sie werden mir jedenfalls den besten Rat geben.
Verzeihen Sie, daß ich Sie mit so nichtigen Angelegenheiten, wie es das Geschick meines Stücks ist, das fürwahr keine »große« Komödie darstellt, zu einer Zeit belästige, die von Tag zu Tag größer und größer und, so fürchte ich, furchtbarer wird. Es kommt mir vor, als ob man sich jetzt mütterlich und mühsam mit der Anfertigung von Kinderkleidchen abgebe und möglicherweise nach deren Fertigstellung zu Tage kommen werde, daß die Kinder inzwischen den Kleidchen entwachsen seien. All diese neuen Staaten, die sich konstituieren, sind doch eigentlich nur Form, und der Streit um Abgrenzungen und dergleichen ein Streit um Formen; welcher Inhalt diese Form füllen wird, davon ist überhaupt noch nicht die Rede. Aber |die soziale Frage hat immer eine gesunde Lunge gehabt und wird schon demnächst all die nationalen Schlagworte überbrüllen. –
Ich hoffe, daß Sie von der † † † Grippe verschont geblieben sind und bleiben; mir und den Meinen ist dies bisher gelungen.
Mit bestem Gruß Ihr
ergebener
DrRAdam
    Bildrechte © University Library, Cambridge