|Dr. jur. Paul Goldmann
Correspondant de la »Gazette de Francfort«
Brüssel, 22. November.
Mein lieber Arthur!
Im Fluge: vielen, vielen, vielen Dank für den lieben Brief und die heutige Sendung.
Ich schleppe das Büchlein den ganzen Tag mit mir
herum, getraue mich aber nicht hineinzublicken, weil heut wieder einmal die Wien-Wunde offen ist und mir jede Beschäftigung mit dem, was mir dort lieb
und theuer ist, wüthendes Herz- und Heimweh verursacht. Nächstens hoffentlich eine
ausführliche Antwort. Das heutige nur als Thatbestandaufnahme meiner Freude und
meines Dankes. . . .
Die Fäden! Die Fäden! In Paris hat die Frkf. Ztg. auch |einen neuen Correspondenten für den finanziellen Theil ernannt, der mein engerer College und zugleich ein wenig mein Mitarbeiter werden soll. Weißt Du wer? Dein Freund Spitzer, von dem Du mir erst kürzlich schriebst, daß er Dich in Wien besucht etc. Wir werden eine Schnitzler-Gemeinde in Paris begründen. Und von nun an werden die zwei
Pariser Correspondenten eines der größten deutschen Blätter mit vereinten Kräften »an Dich glauben«, was gewiß ein ganzes Publicum
aufwiegt. Kind, das Du bist, mit Deinen Zweifeln, die doch übrigens für den
Eingeweihten eine so deutliche Bestätigung Deines Talentes bilden. . . .
|Dein nächstjähriger Reiseplan enthält doch Paris? Ich
halte das übrigens für so selbstverständlich, daß ich gar nicht danach frage. Ich sehe nur eine Schwierigkeit: nämlich daß ich bis zu Deiner Ankunft nicht etwa bereits
wieder entlassen bin.
Das gehört übrigens Alles bereits in den nächsten großen Brief. Gott grüße Dich, mein
lieber Alter!
Dein
treuer
Paul.
treuer
Paul.
Grüße an . . . Du weißt schon. . .
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