Ich habe drei Tage in Kyoto, der alten japanischen Hauptstadt, verlebt, die zu den schönsten
meines Lebens gehören. Das einzige Mal, daß ich den Eindruck hatte, ganz aus der
Wirklichkeit heraus zu sein! Ich bin gerade so kurze Zeit dagewesen, daß der Zauber
nicht verfliegen konnte. Und ich spreche vom Lande allein, nicht von den Musmes und leichter Liebe, – nein, allein von dem Zauber dieser
herrlichen Berge mit ihren Nadelwäldern und herbstrothen Ahorn-Bäumen, von dem |Zauber dieser seltsamen, seltsamen Stadt mit ihren wundervollen Tempeln und den stillen Straßen, in denen
das sanfte Flötenspiel der Priester klingt, welche Almosen einsammeln. Keine Feder
vermag das zu beschreiben. Jetzt fällt der Regen, und ich sitze in dem reizlosen
kosmopolitischen Yokohama und sehne mich nach Kyoto, wie ich mich mein ganzes Leben danach sehnen werde.
Von Dir habe ich lange nichts gehört. Wie mag es Dir nur gehen?
Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmann
Dein
Paul Goldmann
Grüße an Deine Freundin!
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