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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 3. 11. [1898]
Goldmann, Paul
Yokohama
Empfang: [1. 12. 1898 – 31. 12. 1898?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3168
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.017 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Jahr »98« vermerkt

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 3. 11. [1898]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02864.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02864«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 3. 11. 1898

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Paul Goldmann an Arthur Schnitzler, 3. 11. [1898]

Yokohama, 3. November.

Mein lieber Freund,

Ich habe drei Tage in Kyoto, der alten japanischen Hauptstadt, verlebt, die zu den schönsten meines Lebens gehören. Das einzige Mal, daß ich den Eindruck hatte, ganz aus der Wirklichkeit heraus zu sein! Ich bin gerade so kurze Zeit dagewesen, daß der Zauber nicht verfliegen konnte. Und ich spreche vom Lande allein, nicht von den Musmes und leichter Liebe, – nein, allein von dem Zauber dieser herrlichen Berge mit ihren Nadelwäldern und herbstrothen Ahorn-Bäumen, von dem |Zauber dieser seltsamen, seltsamen Stadt mit ihren wundervollen Tempeln und den stillen Straßen, in denen das sanfte Flötenspiel der Priester klingt, welche Almosen einsammeln. Keine Feder vermag das zu beschreiben. Jetzt fällt der Regen, und ich sitze in dem reizlosen kosmopolitischen Yokohama und sehne mich nach Kyoto, wie ich mich mein ganzes Leben danach sehnen werde.
Von Dir habe ich lange nichts gehört. Wie mag es Dir nur gehen?
Viele treue Grüße!
Dein
Paul Goldmann
Grüße an Deine Freundin!
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar