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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: [14. 8. 1893]
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [15. 8. 1893 – 17. 8. 1893?]
Salten, Felix
Dölsach
Textzeuge 1
Signatur A, Wien, Wienbibliothek im Rathaus, ZPH 1681, 2.1.516
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, 2.099 Zeichen (Briefpapier mit Trauerrand)
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand Nummerierung der Doppelseiten des Konvoluts: »7«–»10«
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 211–212.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Felix Salten, [14. 8. 1893]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02960.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02960«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 14. 8. 1893

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Felix Salten, [14. 8. 1893]

|Bei der »schönen Aussicht« – in Döbling – dort, bei der Buche, lehnt mein Rad. – Sehr, sehr, sehr allein. – Unten die dunkle Stadt und die Lichter von den fernen Landstraßen. Um mich nachtmahlende recht vergnügte Bürger, spärlich eigentlich. – Es ist gegen neun, u ich halte bei der Virginier. Da ich beim Schein der Gartenlaterne |einen Brief schreibe, dürfte ich für einen begabten Selbstmörder gehalten werden. – Hergekommen über einige unwahrscheinliche Ortschaften – mit einem Wort: Heiligenstadt. War in Klosterneuburg; Bei Gelegenheit meines verbogenen Pedales eine herrliche jüdische Schlosserfamilie |studirt. »Wunderschön«1, wie plötzlich zwei ältere jüdische Klosterneuburg. »Gigohl« bei der Thür erscheinen & dem barfußen Schlosser sagten, »Nü, Mäxel, was is mit ä Tarotpartie?« und die 16jährige Tochter, die mich offenbar sofort richtig taxirte, bemerkte »Klabriaspartie
|– Eben trank ich wieder einen Schluck Bier & bemerke meine Einsamkeit. Ich lüge mir soeben vor, dass ich beginne, philosophisch und gleichgiltig zu werden – gegen »all den Tand, der uns von draußen kommt –« Frl. G. war 2 oder 3 mal da; und es war wie immer; – ich hab nie geahnt, dass Weiber wegen ein u derselben Sache so |viel Thränen haben! – Von Blumenthal kam gestern ein Brief mit vertröstenden Phrasen. – Merken Sie, Goldchnittpapier? Ich glaube, Frl. Diglas hat es dem Kellner zur Verfügung gestellt.– 
Goldmann kommt wahrscheinlich Anfang September nach Salzburg, ich schreib ihm – Ende |August. Bitte sammeln Sie nähere Daten über unsre Partie u. entschließen Sie sich zu einem ausführlichen Schreiben. –
– Nun fahr ich hinein, morgen in die Brühl, übermorgen zur »Liebsten«, hihihihihihihihihihi!
|Gestern war ich per Bic (Reichstraße) Baden; wurde sehr sehnsüchtig u jung geliebt. Sonderbar! in demselben Garten, in dem ich vor etwa 7 Jahren ein junges Mädel wahnsinnig »herzte« u küsste, das jetzt längst verheiratet ist – bis hundert Jahr.
|Wann ich wegfahre, weiss ich noch nicht. Wohl Sonntag. –
Leben Sie wohl, schreiben Sie was schönes und grüßen Sie mir die »wackern« Linzer Radfahrer.
All heil! –
Nach Schluss – Eben ging Hr P. l’amant de M A. D. an mir vorbei, Cretin!
  1. 1 Salten. –
Bildrechte © Wienbibliothek im Rathaus, Wien