Lieber Freund, heute fand ich hier Ihre Karte aus
St Anton. Ich kam erst
gestern Abend aus Darmstadt hierher. Gehe
jetzt nach Ischl, und von da erst in 14 Tagen
nach Wien. Durch den Arlberg fuhr ich gestern Vormittag. Meine Reise war gut, und wol auch ergiebig. Die Allg. Ztg. hatte die Nachricht von Dr Szeps, der seine Quelle nicht nennen wollte.
Es war am Tag meiner Abreise. Dr Szeps ließ mich rufen, & fragte mich, ob ich etwas gegen die Veröffentlichung
hätte. Mit Rücksicht auf unser Gespräch über diesen Punkt, sagte ich, es wäre mir
recht. Sie erinnern sich wol, dass ich Ihnen einmal sagte, wenn die Sache
durchsickert, wäre ein Verschweigen seitens der Ihnen freundlichen Presse unklug.
Das
sähe so aus, als fühlten Sie sich wirklich getroffen &
bestraft, und die antis. Presse würde das zweifellos auch so darstellen. Den Artikel selbst hab’ ich dann erst Abends auf der Bahn lesen
können. Was meine weiteren Pläne betrifft, ließe viel sich darüber sagen, – brieflich
ist’s wol aber zu umständlich. Hoffentlich sehen wir uns bald. Wenn nicht, – im September? Ich habe
die Fragerolles-Rivière’schen Schattenspiele erworben (Geheimnis) und in Zürich mit Felix Contract gemacht. Vielleicht komme ich in Ischl
dazu über Bertha Garlan zu schreiben, wenn nicht, dann im August in Wien. Schreiben
Sie mir bald wieder.
Herzlichst Ihr Salten
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