Ich habe mit den Wahlen schrecklich viel zu thun und kann
daher erst heut Dir und Olga für Eure lieben Grüße von unterwegs vielmals
danken. Also im Herbst werdet Ihr Eure kleine Wohnung beziehen? Sie muß sehr traulich und sehr reizend sein, nach Deiner Schilderung, und ich hoffe sehr, daß Ihr darin glückliche Tage und
Jahre verleben werdet.
Die »Komödie« wird
hoffentlich noch feste Gestalt annehmen. |Wenn Dich
gar nichts Anderes reizt, so denke an das »Geschäft«, das mit einem lustigen Stück
heut zu machen wäre. Alle Theater würden danach greifen.
Der Goldmann von der »Tragödie des Triumphes« bin nicht ich. Wie man Deinen »Reigen« aufführen will, – namentlich die Gedankenstriche – darauf bin ich sehr
neugierig. Das Buch wird auch
hier allgemein gelesen und erregt großes Entzücken.
Sommerpläne habe ich noch nicht. Ich sehe mit Schrecken meinen Urlaub herankommen.
Mir |graust davor, einen Entschluß zu fassen. Wohin soll ich gehen? Die Welt ist leer, und Niemand wartet auf mich.
Die Fulda’sche Ehescheidung geht ihren
Gang. Sie hat ihren Mann so lange gequält, bis er
es nicht mehr aushielt und auf Scheidung klagte. Es
ist eine große Dummheit von ihr, daß sie es so weit kommen ließ; |denn sie wird den Sturz von der socialen Höhe, auf der sie bisher stand, doch nicht vertragen.
Lies: »Briefe, die ihn nicht erreichten«. Verfasserin ist die Baronin Heyking, die Frau des ehemaligen deutschen Gesandten in China.
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