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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 3. 6. 1908
Zweig, Stefan
Wien
Weiterleitung: [3. 6. 1908 – 4. 6. 1908?]
Wien
Empfang: [4. 6. 1908 – 5. 6. 1908]
Schnitzler, Arthur
Hinterbrühl
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 118
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.703 Zeichen
Handschrift lila Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift »Zweig«
Veröffentlichung 1
Stefan Zweig: Briefwechsel mit Hermann Bahr, Sigmund Freud, Rainer Maria Rilke und Arthur Schnitzler. Herausgegeben von Jeffrey B. Berlin, Hans-Ulrich Lindken, Donald A. Prater. Frankfurt am Main: S. Fischer 1987, S. 354–355.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 3. 6. 1908. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03622.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03622«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 3. 6. 1908

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Weiteres

Stefan Zweig an Arthur Schnitzler, 3. 6. 1908

Wien, 3. Juni 08

Sehr verehrter Herr Doktor,

ich hatte mir schon Sorge gemacht, Sie würden es vielleicht übel vermerkt haben, dass ich gestern mit nur raschem Gruss an Ihnen vorbeigieng – ich fürchtete, Sie zu stören – da bringt mir heute Ihr Buch ein liebes Geschenk und ein nur noch Wertvolleres: das Zeichen freundlicher Gesinnung. Ich bin so sehr froh, das Buch von Ihnen zu besitzen: es wird mir nun vielleicht noch mehr sein, als es mir durch seine innere Gewalt ohnehin schon bedeutet. Uns, |den Jüngern, durch Blut und Heimatliebe Verwandten, ist es ja wohl zugeschrieben, uns wird es vielleicht mehr gehören, als jeder anderen Generation, jeder andern Stadt, jedem andern Kreis: mögen die andern das Äussere lieben, den Blick, den Griff, die Melodie, so stehen wir doch seinem Herzen am nächsten, denn – unbewusst vielleicht – für uns ist es geschrieben, ist es als Wegzeiger hin gestellt. So empfangen Sie mit meinem Dank den vieler anderer, denen die Freude nicht gegeben war, es direct aus Ihren Händen nehmen zu dürfen, einen Dank, nicht für Einzelnes, nicht für das Geschaffene allein, sondern für das Ganze, für den grossen schönen Willen und für alle die viele Liebe, die Sie diesen Menschen – für uns – mitgegeben haben.
|Schade, dass Auernheimer durch die ängstliche Tendenz der Neuen Freien Presse genötigt war, dem eigentlichen Problem auszubiegen. Gerade die Idee der Amalgamierung des Jüdischen und Wienerischen darin scheint mir das Neue, Bedeutsame und noch nie Gewagte und sie würde – und wird vielleicht – in einer Studie über den Roman mich am meisten beschäftigen.
Nochmals: vielen Dank für Ihre Güte. Und seien Sie meiner lebhaften Verehrung aufs innigste versichert. Ihr sehr ergebener
StefanZweig
    Bildrechte © University Library, Cambridge