Wien, 27. Oct. 11
Sehr verehrter Herr Doktor, für das Gautier Denkmal habe ich gar nichts gezeichnet, sondern
nur unterzeichnet, weil ich nicht glaube, dass sich in Frankreich drei Francs für ein deutsches Hebbel oder Kleist-Denkmal zusammenfinden würden. Frankreich braucht uns
wahrhaftig nicht.
Noch eines: ich bitte Sie, officiell von meiner Mitteilung wegen Ihres Buches bei
Fischer nichts zu wissen. Ich hatte
nur eine Art Schuldgefühl, dass ich selbst dieses Buch nicht übernahm (ich
stecke in einer Arbeit, fühle mich übrigens nicht ganz zulänglich) und suchte dies
zu tilgen, indem ich den empfahl, der mir der Beste dünkte: Auernheimer. Ich hoffe, es wird bald zustandekommen.
Auch die Feier der
Fünfzigjährigen wird organisiert werden.
Ich bin Ende
November wieder in Wien und freue mich dann innig, mich bei Ihnen wieder
anmelden zu können. Viele Grüsse Ihrer verehrten Frau Gemahlin von Ihrem getreuen
Stefan Zweig
Mein »Haus am Meer« findet gute Freunde.
Ein paar der grossen Bühnen sind mir schon so viel wie sicher!
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