|14. VII 06
Lieber Arthur, wie Sie sehen bin ich noch in Wien. An »lockenden Anerbietungen« fehlt es nicht, aber ich konnte mich noch nicht entschließen – das Wetter ist
allerdings sehr rücksichtsvoll für die 1 ½ Millionen, die noch hier sind, quält
uns nicht mit »sengender Hitze«; heute ist es sogar so kalt, daß man eher geneigt ist
heizen zu lassen, als eine Sommerfrische aufzusuchen. Von
Bekannten ist freilich Niemand mehr hier, selbst Ebermann ist fort. In einem Nest an der Aspang-Bahn, zur Beruhigung seiner Nerven. Ich habe ihn einmal besucht. Sonntag war
ich in Rodaun bei Richard. Wissen Sie vielleicht wie der Prozeß des Paul M. mit Düsseldorf ausgefallen ist? Empfehlen Sie mich Ihrer Frau und bringen Sie mich bei
Heini in Erinnerung.
Ihr
Gustav Sch.
Gustav Sch.
[handschriftlich Max Schwarzkopf:] Besten
Gruß
Max
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