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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 27. 7. 1891
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [27. 7. 1891 – 31. 7. 1891?]
Hofmannsthal, Hugo von
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,9
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 6 Seiten, 2.301 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 9–10.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 119–120.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 27. 7. 1891. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00025.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00025«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 27. 7. 1891

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 27. 7. 1891

|Wien, 27. Juli 1891.
Verehrter Freund, eine Karte, die ich eben von Paul Goldmann bekomme, erinnert mich, wie üblich es ist, Briefe zu beantworten, und wie ich Ihnen schon längst hätte schreiben sollen, ja, wie ich Ihnen sogar hätte schreiben wollen, wenn mein Gehirn nicht die ganze letzte Zeit über todte Stellen hätte hinwegkommen müssen. In zweierlei Perioden bietet einem das Leben was, in der der Anfänge, wo tausenderlei über einen kommt, und man |jeden Tag ein neues Blatt herzunehmen hat und nur drauflos zu beginnen. Dann die andre Periode, wo man das Bedürfnis des Abschließens hat – wo man die alten Blätter nimmt und einem alle möglichen Worte, Punkte u Gedankenstriche einfallen, – die man verg . Die erste Periode: wo man sich an sich berauscht, die zweite: wo man sich an sich beruhigt. Ich bin jetzt in keiner von beiden, also arm und blöd. Nervös, sehr. Beer-|Hofmann ist auch schon weg, das wissen Sie ja. – In die Kugel komm ich selten, es waren schon ein paar Ausschusssitzungen; Specialcomités sind gewählt worden; ich sitze im Theatercomité zusammen mit Pernerstorfer, Wengraf, Osten, Kafka, Kulka. –Bis jetzt ist noch nicht viel gescheidtes herausgekommen. – Mit Salten bin ich viel zusammen, auch auf dem »Land« des Abends. Burckhard hat mir den Alkandi mit einigen schmeichelhaften Worten |zurückgesandt – ich hab’ ihn angenommen. Mein Stück ruht und ist mir zuwider. – Wie geht es Ihrem himmelblauen Einakter? Und wollen Sie mir nichts von Ihren Sachen schicken? Sie würden mir eine wirkliche Freude machen, seien Sie erster oder siebenter Grad! – Gelesen wird mancherlei Burckhardt, Cultur der Renaissance, Goethe, Annalen, Lessings Drama Entwürfe, Jonas Lie etc. Besonders Nietzsche – zuletzt |hat mich sein Schlusscapitel und das Schlußgedicht zu Jenseits von Gut u Böse ergriffen. – Erinnern Sie sich? Nietzsche Sentimentalität! – Weinender Marmor! Stellen, die sogar auf Weiber wirken, ohne daß man den Stellen oder den Weibern bös werden müßte. – Werden Sie mir bald wieder schreiben? Arbeiten Sie viel? Erleben |Sie was? Spielen Sie aber lieber lawn-tennisstatt sich zu verlieben, oder nehmen Sie wenigstens, wenn beides über Sie gekommen, das erstere ernster.
Herzlichen Gruss. Den Ihrigen meine Empfehlungen. Ist Schwarzkopf schon bei Ihnen? Ich sah ihn schon Wochen lang nicht. –
Also nochmals, viele Grüße
Ihr Arthur Sch
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main