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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 12. 1. 1893
Kafka, Eduard Michael
Brünn
Empfang: [13. 1. 1893 – 17. 1. 1893?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.3604
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.624 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift mehrere Unterstreichungen

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Eduard Michael Kafka an Arthur Schnitzler, 12. 1. 1893. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00158.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00158«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 12. 1. 1893

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Eduard Michael Kafka an Arthur Schnitzler, 12. 1. 1893

|12/1 93.

Lieber Freund,

vorgestern – bei einer Soiree des Rechtsanwalts Dr Grelling in Berlin – wurde Ihre »Frage an das Schicksal« aufgeführt. Reicher brillirte als Anatol – ich kann Ihnen nicht schildern, wie vorzüglich er war: einfach ganz einzig, der Anatol par excellence. – Es hat mich ungemein gefreut, dass ich der Aufführung Ihres Stückes – in so meisterlicher Darstellung – habe persönlich beiwohnen können. Es waren mehr |als 100 Personen anwesend; die hervorragendsten literarischen u künstlerischen Kreise waren vertreten: von Sudermann bis Träger. Sudermann insonderheit war ganz entzückt u. wurde nicht müde, seinen Beifall in der allerlebhaftesten Weise, durch beständige Zwischenrufe aufrichtiger Bewunderung, Ausdruck zu geben.
Reicher läßt Sie grüßen. Er bat mich Ihnen zugleich mitzuteilen, dass Blumenthal bezüglich der Aufführung des »Märchen« darauf |hinweist, dass Sie ihm seinerzeit gesagt hätten, das Stück werde in Prag gegeben werden. Er möchte erst diese Aufführung abwarten, – Sie sollen daher zusehen, dass Sie die Prager Première beschleunigen. – Notabene, Lieber Freund, – dieses Berlin ist eine herrliche Stadt: ich fühle mich hier, obwol ich erst einige Tage da bin, so heimisch, als wäre |ich dort geboren. Wir wissen in Wien nicht, was geistiges u künstlerisches Leben bedeutet: man muss hieher kommen, wenn man dies erfahren will.
Raten Sie, bitte, schleunigst allen unseren lieben Freunden: Sie sollen ohne Zaudern, ohne eine Minute zu verlieren, ihr Bündel packen und nach Berlin kommen – Alle, – es ist hier Boden genug für sie u. in Wien werden sie ja doch alle verkümmern!
Herzlichst Ihr
EMKafka
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar