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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 12. 8. 1893
Kraus, Karl
Bad Ischl
Empfang: [13. 8. 1893 – 17. 8. 1893?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 55
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.877 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Karl Kraus und Arthur Schnitzler. Eine Dokumentation. Herausgegeben von Reinhard Urbach In: Literatur und Kritik, Bd. 49, Oktober 1970, S. 520.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Karl Kraus an Arthur Schnitzler, 12. 8. 1893. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00255.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00255«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 12. 8. 1893

Aufenthaltsorte
Tagebuch
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Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Weiteres

Karl Kraus an Arthur Schnitzler, 12. 8. 1893

|Ischl, Ramsauer, 12. 8. 93.
Liebster Doktor! Eben holte ich mir von der Post den Brief u. beeile mich, Ihnen auf Ihr Schreiben zu antworten: ich bin über die Auskunft des Herrn Entsch ganz paff – es ist mir nie im Traume eingefallen, dem Magazin eine derartige aus der Luft gegriffene Mittheilung zu machen – das wäre dann eine höchst abgeschmackte Fopperei von meiner Seite gewesen, wenn ich Ihnen dann »freudig überrascht« das Blatt schicken konnte: »Sehen Sie, da steht was über das ›Märchen‹ drin!« Wie gesagt, liebster Herr Doktor, nie und nimmer würde mir soetwas einfallen, ich habe nie (Sie wissen ja, bei |Abschiedssouper habe ich Sie zu erst brieflich befragt) Herrn Neumann-Hofer den Aufführungstermin Ihres Märchen geschrieben: das wäre doch meinerseits eine recht ungeschickte Reklame für Sie gewesen. Das Ganze muss unbedingt auf einem Irrthum beruhen, vielleicht erklärt es sich daraus, dass ich einmal – Sie haben’s ja gelesen – im Magazin gelegentlich der Anatol-recension auch Ihr Märchen als beachtenswertes Schauspiel erwähnte.
Mir ist die ganze Sache sehr peinlich, glauben Sie mir! |Jawohl, wenn Sie mir selbst den Inhalt dieser vielbesprochenen Märchennotiz gesagt hätten, mit Vergnügen hätte ich, um Ihnen zu dienen, dem Magazin die Notiz mitgetheilt – aber so – wie werde ich so plump sein, so etwas aus der Luft zu greifen oder aus dem Finger zu zutzeln und dann Ihnen das Heft mit »freudig–überraschter« Miene noch zuzusenden? Ich bitte Sie, mir nicht böse zu sein, dass ich Ihnen (unverschuldet!) solche Unannehmlichkeiten bereite – aber mich selbst |berührt die Angelegenheit noch viel unangenehmer. Selbstverständlich schreibe ich sofort dem Magazin u. ersuche um Aufklärung. Der Entschbrief liegt bei. Ich bin mit den herzlichsten Grüßen Ihr
KarlKraus.
NB. um von freundlicheren Sachen zu sprechen: Beer Hofmanns »Kind« ist ein prächtiger, gesunder Bengel. Der grausame Vater will es – verlegen lassen.
    Bildrechte © University Library, Cambridge