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Überlieferung

Versand: [12. 7. 1894]
Altenberg, Peter
Empfang: [12. 7. 1894 – 16. 7. 1894?]
Schnitzler, Arthur
Textzeuge 1
Signatur GB, München, Bayerische Staatsbibliothek, DE-611-HS-86373
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.073 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Zusatz zum Brief vgl. Schnitzler an Egon Friedell, 17. 5. 1920 (Egon Friedell: Briefe. Ausgewählt und herausgegeben von Walther Schneider. Wien, Stuttgart: Georg Prachner [1954], S. 39)
Veröffentlichung 1
Briefe von und über Peter Altenberg. In: Die Wage, Jg. N.F. 1, Nr. 8, 20. 11. 1920, S. 100–104, hier: S. 103–104.
Veröffentlichung 2
Letzte Briefe von Peter Altenberg. In: Neues Wiener Journal, Jg. 28, Nr. 9714, 21. 11. 1920, S. 8.
Veröffentlichung 3
Das Altenberg-Buch. Herausgegeben von Egon Friedell. Wien, Leipzig: Wiener Graphische Werkstätte 1922, S. 77–81.
Veröffentlichung 4
Olga Schnitzler: Spiegelbild der Freundschaft. Salzburg: Residenz Verlag 1962, S. 35–36.
Veröffentlichung 5
Peter Altenberg. Leben und Werk in Texten und Bildern. Herausgegeben von Hans Christian Kosler. München: Matthes Seitz 1981.
Veröffentlichung 6
Gottfried Wunberg: Die Wiener Moderne. Ditzingen: Reclam 1981.
Veröffentlichung 7
Hans-Ulrich Lindken: Arthur Schnitzler. Aspekte und Akzente. Materialien zu Leben und Werk. Frankfurt am Main, Bern, Göttingen: Peter Lang 1984, S. 174–175 (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur, 754).
Veröffentlichung 8
Andrew Barker, Leo A. Lensing: Peter Altenberg: Rezept die Welt zu sehen. Wien: Braumüller 1995, S. 46 (Untersuchungen zur österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts, 11).
Veröffentlichung 9
Peter Altenberg: Die Selbsterfindung eines Dichters. Briefe und Dokumente 1892–1896. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Leo A. Lensing. Göttingen: Wallstein 2009, S. 23–24.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Peter Altenberg an Arthur Schnitzler, [12. 7. 1894?]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00351.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00351«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 12. 7. 1894

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Peter Altenberg an Arthur Schnitzler, [12. 7. 1894?]

|Lieber Dr. Arthur Schnitzler.

Ihr wunderschöner Brief hat mich wirklich außerordentlich gefreut. Wie schreibe ich denn?!
Ganz frei, ganz ohne Bedenken. Nie weiß ich mein Thema vorher, nie denke ich nach. Ich nehme Papier und schreibe. Sogar den Titel schreibe ich so hin und hoffe, es wird sich schon etwas machen, was mit dem Titel in Zusammenhang steht.
Man muß sich auf sich verlassen, sich nicht Gewalt anthun, sich entsetzlich frei ausleben lassen, hinfliegen –. |Was dabei herauskommt, issicher das was wirklich u. tief in mir war. Kommt nichts heraus, so war eben nichts wirklich und tief darin und das macht dann auch nichts.
Ich betrachte schreiben als eine natürliche organische Entlastung eines vollen, eines übervollen Menschen.
Daher alle Fehler, Blässen. Ich hasse die Retouche. Schmeiss’ es hin und gut–! Odeschlecht! Was macht das?! Wenn nur du es bist, Du und kein Anderer, dein heiliges Du! Ihr Wort »Selbstsucher« ist wirklich |außerordentlich. Wann werden Sie aber schreiben »Selbstfinder«?!
Meine Sachen haben das Malheur, daß sie immer für kleine Proben betrachtet werden, während sie leider bereits das sind, was ich überhaupt zu leisten im Stand bin. Aber was macht es?! Ob ich schreibe oder nicht, ist mir gleichgiltig.
Wichtiger ist, daß ich in einem Kreise von feinen gebildeten jungen Leuten zeige, daß in mir das Fünkchen glimmt. Sonst kommt man sich so gedrückt vor, so zudringlich, sschief angeblinzelt. Ich bin sschon genug »Invalide des Lebens«.
Ihr Brief hat mich sehr, sehr gefreut! | Sie sind überhaupt Alle so liebenswürdig gegen mich. Jeder ist wolwollend. Sie haben mir aber wirklich wundervolle Sachen gesagt. Besonders das Wort »Selbstsucher« eben.
Ich bitte Sie, man hat keinen Beruf, kein Geld, keine Position u. schon sehr wenig Haare, da isso eine feine Anerkennung von einem »Wissenden« sehr, sehr angenehm.
Deshalb bin u. bleibe ich doch nur ein Schreiber von »Mustern ohne Werth« u. die Waare kommt alleweil nicht. Ich bin so ein kleiner Handspiegel, Toilettespiegel, kein Welten-Spiegel.
Ihr
Richard Engländer.
    Bildrechte © Bayerische Staatsbibliothek, München