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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 5. 10. 1894
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [5. 10. 1894 – 9. 10. 1894?]
Beer-Hofmann, Richard
Textzeuge 1
Signatur U.S.A., Yale, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale Collection of German Literature, MSS 31
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 5 Seiten, Kuvert, 2.107 Zeichen
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Versand Stempel 1:
  • Ort: Wien 1/1
  • Datum: 5. 10. 94
  • Zeit: 8–9 V
Stempel 2:
  • Ort: Rom
  • Datum: 7 10-94
  • Zeit: 2 S
nachgesandt nach »Hôtel Quirinal«
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 229–230.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann: Briefwechsel 1891–1931. Herausgegeben von Konstanze Fliedl. Wien, Zürich: Europaverlag 1992, S. 62–63.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 5. 10. 1894. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00376.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00376«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00376.html |titel=Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 5. 10. 1894 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1894-10-05 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 5. 10. 1894

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 5. 10. 1894

|Dr. Arthur Schnitzler, Wien, IX. Frankg. 1.
|Herrn Dr. Richard Beer-Hofmann
a posta ferma

|Wien, 5. Oct 94.

Lieber Bekannter!

Das einzige, was Sie mir von Ihrer italien. Reise mittheilen, ist dass mein Guercino in Mailand hängt. Das steht aber schon im »Lübke« – ich muss Sie also, wenn Sie überhaupt die Absicht haben, Neuigkeiten aus Italien an mich zu schreiben, um sorgfältigere Auswahl bitten. Lassen Sie sich nicht etwa einfallen, mir aus Rom zu schreiben, dass dort Julius Caesar ermordet wurde – es steht im Ploetz! – Dagegen bin ich gern |bereit, persönlicheres von Ihnen zu erfahren – haben Sie keine von den Schwestern Rondoli getroffen? – Beantworten Sie mir auch gütigst einige Fragen. 1.) Wann kommen Sie zurück? 2.) Wie weit werden Sie Ihre Reise ausdehnen. 3) Haben Sie was geschrieben?
Einige Thatsachen: Ludaßy ist Chefred. der Wr. Allg. Ztg. (mit einem nicht übeln Gehalt) worden. Er rechnet auf das ganze junge Wien; »also« auch auf Sie. (Die Gänsefüße sind 17gradig.) –
Morgen ist die »Schmetterlingsschlacht« – ich hab |noch keinen Sitz, was mich geradezu aufregt. –
»Man sagt« ist durchgefallen. –
Mein Stück (gefährliche Nachbarschaft der Thatsachen – Sie sehen, ich bin nicht abergläubisch, oder erst recht, oder erst recht gar nicht, oder gar nicht erst recht gar nicht – ) ist . . .  hier stock’ ich schon – vollendet? . .  Nein. Beendet? Nein. Fertig? – Nein. – Ich habe »nur mehr« dran zu feilen. Hab ich Ihnen den Titel schon geschrieben?. .  »Liebelei«. – Anfangs wird er ihnen wahrscheinlich nicht |gefallen; aber er ist gut, – auch praktisch genommen. –
Ich lese: Rosenkranz, Diderot; – Keller, Musikgeschichte u. a. –
Vorgelesen wurde mir – ein fünfaktiges Drama in Versen, in dem aber gewiss Talent steckt; Phryne von Leo Ebermann, der mich aber als Mensch und besonders als Vorleser sehr nervös macht: er posirt auf guten Sprecher. . . 
Phrrryne. . 
Gawiss . .  du darrrfst nicht länger lebohn. . . 
Meine Gerechtigkeit hat Orgien |gefeiert; eigentlich wollte ich ihm ununterbrochen Ihre Büste »in’ Kopp hereinhaun«. – (Lachen Sie nicht; der Kellner beobachtet Sie. –)
Leben Sie wohl, schreiben Sie mir, und seien Sie herzlichst gegrüßt.
Ihr Arthur
    Bildrechte © Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale