Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 26. 10. 1894
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: 28. 10. 1894
Beer-Hofmann, Richard
Venedig
Textzeuge 1
Signatur U.S.A., Yale, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale Collection of German Literature, MSS 31
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 6 Seiten, Kuvert, 3.000 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Versand Stempel 1:
Stempel 2:
  • Ort: Venezia
  • Datum: 28 10-94
  • Zeit: 7 N
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann: Briefwechsel 1891–1931. Herausgegeben von Konstanze Fliedl. Wien, Zürich: Europaverlag 1992, S. 68–69.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 26. 10. 1894. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00392.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00392«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00392.html |titel=Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 26. 10. 1894 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1894-10-26 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 26. 10. 1894

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Adele Sandrock an Arthur Schnitzler, 26.10.1894

Quelle: Renate Wagner (Hg.): Dilly. Geschichte einer Liebe in Briefen, Bildern und Dokumenten. Wien/München: Amalthea 1975.

Weiteres

Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 26. 10. 1894

|Dr. Arthur Schnitzler, Wien, IX. Frankgasse 1.
Herrn Dr. Richard Beer Hofmann

|26. 10. 94
Lieber Richard, ich denke, der Brief da trifft noch vor Ihnen in Venedig ein – so bin ich also aller peinvollen Gedanken ledig, die Sie mir für den Fall dss etc profezeihen. – Heut hab ich Ihren Brief über Pompeji bekommen. »Ueber Pompeji« – d. h. wo Sie sagen, dass Sie sich nach wirklichen römischen Bädern sehnen. –
Von mir ist nichts neues zu sagen; nicht viel. – Sie wissen, dss »Sterben« jetzt allmälig erscheint, wissen auch, dss ich große Angst vor den Correctur|bogen hatte. Ich bin aber angenehm enttäuscht; es ist einiges wirklich schöne drin. – Geben Sie nur Acht, was die Kritik sagen wird. Ich bin fest überzeugt, dass man mich viel schlechter, d. h. frecher behandeln wird als zu Anatols Zeiten.
– Die »Liebelei« werd ich Anfang nächster Woche einreichen (d. i. also vor 1. November.) –
Meine Stimmung ist nicht sehr gut. Ich spüre die Enge meiner Existenz zuweilen schmerzlich. Und wenn man sich über die Enge schon hinwegtäuscht durch ehrliche Versuche, wenigstens mit des Geistes Flügeln (zu denen – ach so leicht kein körperlicher u. s. w.) allem davon-zu|flattern; da kommt plötzlich das gewisse Damoklesgefühl über einen. Sie wissen: die vielen, vielen Schwerter – aber sie tödten nicht einmal alle gleich. –
Es wird gut sein, wenn ich möglichst bald wieder was großes zu schreiben anfange, was vielleicht weder gut noch groß sein wird, was ein Wortspiel ist oder auch kein Wortspiel oder doch ein Wortspiel wie R. B.-H. schreiben würde, dass A. S. schreiben würde –
Ich war bei der Première der Comödianten. Es ist ein schlechtes Stück mit einigen gut angelegten Figuren, einer dramatisch |vortrefflichen Scene, (– die sich wie ein lebendiges Auge, das leuchtet, in einer Wachspuppe ausnimmt;) mit ein paar vortrefflichen Wendungen – sogar mit etwas Elan im Beginn; im ganzen aber doch nur springende Episoden und keine schreitende Handlung. Was sich als letztere ausgibt, stört geradezu. Es ist der Holzstab, der durch die verzuckerten Mandeln gesteckt wird – freilich fallen die Mandeln ohne das Holz auseinander; – aber gegessen werden doch nur die Mandeln – und das Holz – nun?? man leckt es ab, woran dieser Vergleich, scheint mir, |schmählich zu Grunde geht. –
Gestern hab ich wieder einmal Kabale u Liebe gesehn. Es ist unbegreiflich, dass man einen so raffinirt guten und auch innerlich großartigen ersten und zweiten Akt – und einen so unsäglich dummen fünften Akt schreiben kann. – Und dann – die Liebe bei Schiller geht mir auf die Nerven. Ihre Bemerkung über »Lebt wohl, ihr Berge« – (sind Sie geschmeichelt?) läßt sich auch da hundertmal machen. –
Kennen Sie den Komödiantenroman von Scarron? Eben lese ich ihn mit viel Vergnügen. – Ich werde zum Nachtmahl |gerufen. Leben Sie wohl, kommen Sie bald zurück, und schämen Sie sich nicht, dass Sie sich sogar – nach den Wiener Kaffeehausecken sehnen. –
Herzlich der Ihre Arthur.
Sie schreiben mir natürlich auch noch eine Zeile aus Venedig? –
    Bildrechte © Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale