Ich habe die »Geschichte von einem greisen
Dichter« sofort gelesen und dann, nachdem ich sie einige Tage bei mir
erwogen, noch einmal. Als Redacteur muß ich nun sagen, daß ich eine so lange, dabei
doch dünne Geschichte von schwacher Handlung und nicht sehr deutlichen Gestalten
durch Zerstückelung in etwa acht Partieen, mit Pausen von acht Tagen, schädigen und
um jede Wirkung bringen würde. Wenn ich auch als Kritiker reden darf, so möchte ich
nicht verhehlen, daß mir die Novelle von unmäßiger Länge und |einer gewissen, nicht in der Sache liegenden
Schwere scheint, indem ein heiterer, aber nur bei Kürze und Leichtigkeit wirksamer
Gedanke allzu gewaltsam hinausgezogen wird. Davon hoffe ich mit Dir anfangs August in
Ischl zu sprechen und dem Redacteur wäre es lieb, wenn Du Dich entschließen könntest,
es auf ein Drittel zu kürzen, was der Kritiker auch aus inneren Gründen billigen,
ja
fordern müßte. Jedenfalls danke ich Dir für die Sendung des Mnscr. sehr und grüße Dich wie Richard herzlich
als Dein treuer
HermBahr
HermBahr
Herrn Dr Arthur Schnitzler, Ischl
recommandieren.
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