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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 24. 7. 1895
Schwarzkopf, Gustav
Wien
Empfang: [25. 7. 1895 – 29. 7. 1895?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 96a
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.716 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Gustav Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 24. 7. 1895. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L04282.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L04282«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 24. 7. 1895

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Gustav Schwarzkopf an Arthur Schnitzler, 24. 7. 1895

|Wien 24. VII 95

Lieber Freund!

Sie schildern Ischl mit allen seinen Reizen ja verlockend genug, aber es ist doch nicht wahrscheinlich, daß ich die stattliche Zahl seiner Gäste vermehren werde. Ich bin eben so gar nicht in der Stimmung, die für Ischl erforderlich ist und ich würde nur Anderen die Laune verderben. In Wien ist es übrigens bis jetzt ganz erträglich und wenn ich ein Poet oder |eine Künstlernatur wäre, so könnte ich auf meinen Spaziergängen überRing- und Gürtelstraße in dem sommerlichen Wien die schönsten Entdeckungen machen; ich könnte die träumende Großstadtseele belauschen, die sich über sich selbst beugt, um das Leben zu deuten und dem ironisch lächelnden Schicksal seine letzten perversen Heimlichkeiten abzulisten – nein, es geht wirklich nicht, ich kann nun einmal in dem Genre nichts leisten. – Es ist auch noch gar nicht so leer hier, wie die abwesenden |oberen Zehntausend protzig anzunehmen belieben, man trifft sogar noch Dichter, wenn man Glück hat; vor wenigen, Tagen habe ich im Verlauf einer Viertelstunde zwei gesehen: die Herren Eber- und Dörmann.
– In den ersten Tagen des August werde ich aber wahrscheinlich doch fortgehen, nicht aus eigenem Antrieb, nicht um mich zu erholen, nur um der Schande zu entrinnen, den ganzen Sommer hier gewesen zu sein, um ein Alibi nachweisen zu können, um im |Herbst auf die zahlreichen Fragen »Wo waren Sie?« doch etwas antworten zu können. Wohin, weiß ich noch nicht und sicher ist’s auch noch nicht. – Max isschon seit 14 Tagen in Sulden. Haben Sie schon von einem Autor Hans von Kahlenberg etwas gehört? Man hat mir vor einigen Tagen ein Buch »Ein Narr« zugeschickt. Wieder Einer, der Talent zu haben scheint. Es ist entsetzlich!
Herzlichst
Ihr
GustavSchwkpf
Bitte, grüßen Sie Beer-Hofmann
    Bildrechte © University Library, Cambridge