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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 17. 8. 1895
Schnitzler, Arthur
Bad Ischl
Empfang: [18. 8. 1895 – 22. 8. 1895?]
Hofmannsthal, Hugo von
Hodonín
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,45
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.002 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 59–60.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 17. 8. 1895. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00474.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00474«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 17. 8. 1895

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 17. 8. 1895

|Ischl, 17. 8. 95.
Mein Lieber Hugo, Ihren Brief habe ich beim Zurückkommen aus Wien gefunden. Dort bin ich 2 Tage gewesen und habe die Marionetten in Venedig u Hänsel u Grethel gesehen. An einzelne von diesen Marionetten denke ich zurück wie an lebendige Schauspieler, die sich auch an mich erinnern müssen. Im übrigen ist Wien jetzt dumpf und übelriechend und es ist gut, dass ich wieder weg konnte. In Ischl bleib ich nur noch bis Montag. Dann fahr ich per Rad nach Salzburg, mit Salten. |Auch Richard, dem ich Ihre Kränkung bestellt habe, kommt wohl hin, und die Frau Lou wird schon dort sein. Wenn Sie mir gleich zwei Zeilen schreiben, so kann ich sie mir noch in Salzburg post restante abholen u hätte eine große Freude. Donnerstag radle ich nämlich weiter, auf einem bisher noch nicht definitiv festgestellten Weg nach München, wo das Rendezvous mit Goldmann ist. In M. bin ich mindestens bis 3. September (Briefe dahin auch post restante. Aber ich |werd Ihnen von meiner Radtour noch öfters ein paar Worte schreiben)
– Ich hab hier den ersten Akt zu Ende geschrieben, und ein paar kleine Geschichten, an denen mir vielleicht schon manches gelungen ist. Sie wissen ja, meine große Sehnsucht: die sehr einfache Geschichte, die in sich selbst ganz fertig ist. Eine Flasche, die man ausgießt, ohne dass es nachtröpfeln darf und ohne dass was zurückbleibt. – Auch geht es mir heuer innerlich gut – es gelingt mir fast jedesmal kleine Eitelkeiten und große |Hypochondrien davon zujagen, wenn sie sich melden wollen. Im ganzen fühl ich mich in diesem Jahre um fünf Jahre jünger als im vorigen, was darin begründet ist, dass ich in weniger falschen Verhältnissen lebe als damals. Was Sie einmal von der Seele, die immer eine kindliche bleibt, sagten, fällt mir ein. Es mag sein, dass Altwerden wirklich nur eine Schwäche ist, von der man sich befreien kann. . . .  solang man eben doch eigentlich nur 33 Jahre alt ist.
Leben Sie wohl, seien Sie herzlich gegrüßt. Und schreiben Sie eine Zeile nach Salzb.
Ihr Arthur
Ich habe an Goldm. wegen Mamroth geschrieben.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main