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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 21. [8. 1895]
Hofmannsthal, Hugo von
Znojmo
Empfang: [22. 8. 1895 – 26. 8. 1895?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.578 Zeichen
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift das Datum vervollständigt: »8. 95« und nummeriert: »75«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal: Briefe. 1890–1901. Berlin: S. Fischer 1935, S. 174–175.
Veröffentlichung 2
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 60–61.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 21. [8. 1895]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00476.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00476«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 21. 8. 1895

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 21. [8. 1895]

|Quartier zu Klein Tesswitz bei Znaim,
Mittwoch 21ten
Es freut mich herzlich, Sie zufrieden zu wissen und von guten und gescheiten Menschen umgeben zu denken. Unser Goldmann, der im Journalismus lebt und sich so völlig vor mesquinerie bewahrt hat, und Frau Dr Salomé sind ganz die Atmosphäre, worin einem die Vermuthung von der Jugend der Seele glaubhaft wird. Ich bin, in gewissem Sinn, mutterseelenallein, und |doch so montiert, dass ich mich manchmal gewaltsam zwingen muss, an die Realität zu glauben. Mir ist, wie einem der in der tiefen stillen Kajüte eines Schiffes dem schönsten Land langsam zufährt.
Es sind wundervolle Sommertage. Ich wohne in einem kühlen niedrigen Bauernzimmer, hinter einem großen Birnbaum. Gegenüber ist ein zehnjähriges Mädel, die doch eine Frau ist, und ihr eigenes Kind, ihre eigene Mutter ist. Ich habe den »Faust« mit und die Wanderjahre. Ich weiß von meinem |wirklichen Leben und bin doch unendlich weit davon.
Die frischen Birnen sind ganz warm von der gedämpften Sonne, die im Wipfel des Birnbaums ist. Von der Helena les’ ich diesen Vers: »Wer sie versteht, der darf sie nicht entbehren!« Heute abend werd ich nach Znaim hineinfahren, wo Musik von den Deutschmeistern ist und in der kühlen sternhellen Nacht zurückfahren, ein bissel vom weißen Wein montiert, auf einem hohen Wagen, der sehr |unsicher fährt, mit meinem Rittmeister und meinem hübschen und indolent-graciösen Lieutenant, die in der Nacht sehr wenig und sehr lieb reden werden. Begreifen Sie dass ich zufrieden bin?
Leben Sie wohl und denken mit Ihren Freunden freundlich an mich. Adieu.
Der Ihre
Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge