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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 7. 8. 1896
Schnitzler, Arthur
Skodsborg
Empfang: [7. 8. 1896 – 11. 8. 1896?]
Hofmannsthal, Hugo von
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,51
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 7 Seiten, 3.072 Zeichen (Auch das zweite Blatt von Schnitzler datiert)
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 70–72.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 290–292.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 7. 8. 1896. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00579.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00579«.

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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 7. 8. 1896

Aufenthaltsorte
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 7.8.1896

Quelle: Therese Nickl: Arthur Schnitzler an Marie Reinhard (1896). In: Modern Austrian Literature, Jg. 10, 1977, H. 3/4, S. 22–68 (verfügbar auf: https://www.jstor.org/stable/24645882)

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 7. 8. 1896

|Skodsborg, 7. 8. 96
Lieber Hugo, seit Sonntag bin ich mit Richard (und Paula) zusammen; seit vorgestern ist auch Paul Goldmann da, und wir sind in einem angenehmen Hotel, am Meer, hinter den Häusern gleich ein wunderschöner Wald mit Buchen und Tannen, im Wald kleine fast versteckte Teiche, und wenn man eine halbe Stunde weiter geht, das freundliche Thal mit lieben kleinen Häusern und Ortschaften (wo wir aber noch nie gewesen sind). Heute Vormittag sind wir nach einer kleinen schwe|dischen Insel hinübergesegelt, wo nicht viele Menschen wohnen, sind in dem netten Haus des Leuchtthurmwächters gewesen, und wie wir von dem niedern Thurm herunterstiegen, fanden wir im Wohnzimmer ein leises Harmonium, eine freundliche Hausfrau und im Vorzimmer sass die vierzehnjährige Tochter des Hauses, regungslos in einer Ecke des Divans, sah uns mit prachtvollen braunen Augen an, |strickte und hatte nur einen Schuh an. Dafür war der andere Strumpf an den Zehen zerrissen. Das war die junge Dame von Hven. .  Im Zurückfahren gab es so hohe Wellen, dass man die Ostsee als Meer erkennen durfte; bisher war sie immer sstill, dass man sich an einem See hätte glauben können. Paula issogar seekrank gewesen. – Wir werden hier wohl alle bis etwa zum 20. August bleiben. Nachmittags pflege ich zu arbeiten. Vorher bin ich |wenig dazugekommen; nur ein paar Regentage oder -stunden auf der Nordcaptour bin ich in meiner Kajüte gesessen und habe am 2. Akt allerlei versucht. Immerhin scheint’s mir, als wenn ich theilweise in den Intentionen Ihres Briefs, den ich in Trondjhem bei meiner Rückkehr gefunden habe, verfahren wäre; denn vor allem hatte ich das Bedürfnis die Scene zwischen Ihm und Ihr mit mehr Leben anzufüllen. Ich weiss noch nicht, ob mir das |und manches andre, das ich am 2. und in den letzten Tagen am 3. Akt gearbeitet habe, gelungen ist; in ein paar Tagen les’ ich die ganze Sache dem Paul und dem Richard wieder vor. So wie ichs haben will, bring ichs doch wohl nie zusammen. –
Richard hat mir von Ihrer Novelle erzählt; auch dss er Ihnen gerathen, Sie drucken zu lassen. Solange muss ich wohl warten bis ich sie zu lesen bekomme. Wohin werden Sie sie geben? –
Meine Reise ist im ganzen sehr schön gewesen; vielleicht ist die Zeit nur |etwas zu kurz gewesen, um soviel in sich aufzunehmen.
Auf der See hab ich merkwürdg viel Kopfschmerzen gehabt. Von Städten hat mir Gothenburg den stärksten Eindruck gemacht; wahrscheinlich weil ich dort ganz allein (auch nicht mit zufälligen Bekannten von der Reise) herumgegangen bin und am tiefsten gespürt habe: Wie fremd – wie fern – und dann weil ich nur ein paar Stunden dort gewesen bin und bei jedem Haus, jedem Menschen |wußte – dich seh ich zum letzten Mal.
– In Christ. hab ich Ibsen gesprochen, der mehr zuhörte als redete aber sehr liebenswürdg war; in Kopenhagen sind wir (Richard u ich) mit Nansen beim Frühstück gesessen, den wir wohl noch sehen werden. –
– Bis zum 20. treffen mich Nachrichten hier, Badehotel. Es möcht mich freuen, noch zwei Worte von Ihnen zu hören.
Leben Sie wohl! Mit vielen herzlichen Grüßen Ihr ArthSch
Skodsborg 7/8 96.
Nach 20. (–25.) Berlin, aber schreiben Sie nach Wien.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main