mein lieber Arthur
zuerst kommt eine dumme Geschichte, dann anderes. Die »Mimi« von der Clara Loeb steht seit 10 Tagen in der »Freien Bühne«, natürlich ist es herausgekommen von wem es
ist.
Zum Theil hat die Minnie B. einen recht
überflüssigen Tratsch angefangen (komisch muss sich das alles in Paris |anhören) andersseits hat jemand
recht gemeiner den Eltern Loeb einen
anonymen Brief geschrieben, kurz heute Früh lässt mich die Mutter bitten hinzukommen. Die Clara war nicht zu sehen, die Anna und die Mutter verweint wie bei einem Leichenbegängnis, der Vater ganz blass und mit
zitternder Stimme. Das weitere ist uninteressant; ich glaube dass ich sie doch ein
bissel herumgekriegt |habe; Ihre active Theilnahme hab ich verschwiegen, weil die
Mutter ohnehin eine schlechte moralische Meinung von Ihnen hat, während ich doch so brav und anständig
bin. (Hoch!)
Zum Schluss waren sie fast gerührt über mich und vielleicht lassen sie mich noch die Männer für die Mädeln aussuchen. Von
Ihnen aber will ich nur zweierlei: 1.) wenn irgend jemand bei Ihnen anfragt (bei der
rätselhaften Stellung, die |die
Minnie zu der Geschichte hat, ist alles
möglich) so wissen Sie einfach nicht, wer die Verfasserin ist.
2.) Sie müssen so gut sein, sofort an Fischer schreiben, dass der Druck des Buches unterbleibt
und er das Manuscript umgehend an mich zurück schicken soll. Sie müssen das von Ihrem
Verleger als persönliche
Gefälligkeit verlangen. Ich habe es den Eltern bestimmt versprochen, mir zu liebe tut er es aber
vielleicht nicht, weil |es ihm
etwa unbequem ist. Also bitte, sofort.
Das Andere.
Eben kommt Hirschfeld.
Muss für heute schließen.
Grüße Goldmann.
Ihr
Hugo
Hugo
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