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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 26. 4. 1897
Schnitzler, Arthur
Paris
Empfang: 28. 4. 1897
Beer-Hofmann, Richard
Wien
Textzeuge 1
Signatur U.S.A., Yale, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale Collection of German Literature, MSS 31
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, Kuvert, 2.098 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Versand Stempel 1:
Stempel 2:
  • Ort: Wien 1/1
  • Datum: 28. 4. 97
  • Zeit: 9–10½V.
  • Vorgang: Bestellt
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 317–318.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann: Briefwechsel 1891–1931. Herausgegeben von Konstanze Fliedl. Wien, Zürich: Europaverlag 1992, S. 102–103.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 26. 4. 1897. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00670.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00670«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 26. 4. 1897

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Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 26. 4. 1897

|Herrn Dr. Richard Beer-Hofmann

|26. 4. 97.

Lieber Richard,

allerdings würden Sie für Paris einige hundert Jahre brauchen!
Nur die Bouquinerien! – Und die Emaux aus dem 16 u 17. Jahrhundert im Louvre
Ich schreibe so beiläufig her, wobei ich am heftigsten an Sie gedacht – |– und die Chinoiserien im Guimet
Wäre ich Altenberg so würde ich sagen:
Paris ist »die« Stadt . . . . .  La ville . . . . . . . 
Paris ist la grande ville . . . . 
Im Ernst gesprochen (im Gegensatz zu Altenberg.): Die Form für alles ist da, das ist das wesentliche: die ganz |großen schöpferischen Talente scheinen heute noch zu fehlen. Dagegen sind die reproducirenden da; die ununterbrochen für die Form sorgen. Auch die Decoration ist für alles da; jederzeit können die großen Künstler auftreten, ohne sich um etwas andres kümmern zu müssen als um ihr Genie. – Auch große Menschen |jeder Art finden alles bereit; der Concorde-Platz scheint eigentlich nur auf einen neuen Napoleon zu warten.
– Aber diesen Brief hab ich nur angefangen um mich bei Ihnen nach Ihnen zu erkundigen. Wie geht es Paula? Bei »uns« – mit »Riesen|schritten«.
Bleiben Sie in Wien? –
– Darüber sein Sie ruhig: zu einem »wirklichen« Brief komm ich hier nicht.
Graf ist hier, Sie wissen ja, dem Sie eine zärtliche Empfehlung an Paul gegeben. Den treff ich natürlich immer. |Also könnte der kleine Kraus bald einen Artikel über die Flucht aus Wien schreiben. –
Wie leben Sie? –
Ich: Vormittg Louvre oder Luxemburg oder so was; Abends immer im Theater. Entzückend die ganz kleinen. Es wimmelt von »Flohtheatern des Arthur Schnitzler«.
|Gestern oder vorgestern Nachm in einem dieser kleinen »la Bodinière« Aufführung von französ. Musik des 16. u 17. Jahrhunderts.
– In andern werden diese hübschen Kleinigkeiten von Lavedan, von Courteline aufgeführt. Oder, wie ich neulich in der »Roulotte« sah, ein Volkslied von zwölf Zeilen wird einfach »aufgeführt«. Er und |Sie – kein lebendes Bild, was bekanntlich sehr todt ist, sondern sie spielen das Volkslied. –
Überhaupt »hier kann man schon einmal alles haben«.
Schreiben Sie mir bald.
Herzlichst Ihr
Arthur.
Paul schon 9 Tage in Frankfurt; kommt bald. –
    Bildrechte © Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale