Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 16. 3. 1898
Brandes, Georg
Taormina
Empfang: [17. 3. 1898 – 21. 3. 1898?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 17
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.271 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung von unbekannter Hand nummeriert: »9«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 66–67.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 16. 3. 1898. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00784.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00784«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00784.html |titel=Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 16. 3. 1898 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1898-03-16 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 16. 3. 1898

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 16. 3. 1898

Liebster Dr. Schnitzler

Ich fühle mich Ihnen und Herrn Dr. Beer-Hofmann gegenüber wirklich wie ein Schweinehund. Ich nehme in Wien Ihre Zeit in Anspruch; Sie sehen täglich, wie es mir geht, Sie beide sind die letzten, die mich in Wien besuchen; ich reise fort und lasse nicht von mir hören, danke Ihnen nicht einmal. Nur hoffe ich dass Sie einen stummen Gruss von mir bekommen haben, da ich meine Tochter bat, Ihnen einige alten Drucksachen zu senden.
Der Anfang meiner Reise in Italien war durch die Krankheit meiner Mutter sehr |verdüstert. Indes, sie lebt. Sie liegt zwar noch zu Bette aber es geht ihr besser; sie kann täglich eine Stunde aus dem Bette sein.
Ich las irgendwo, in Florenz glaub’ ich, etwas über die Aufführung Ihres Stückes in einem deutschen Blatt, konnte aber nicht daraus klug werden. Sind Sie mit dem Resultat zufrieden gewesen?
Ich ging von Florenz nach Rom, wo die Studenten der philosophischen Fakultät artig genug waren mich mit einer sehr netten Adresse zu begrüssen. Es war dort bald kalt, bald warm, doch trocken, aber in Neapel wurde ich von argem Regenwetter verfolgt. Dort sah ich curios genug die ganze Aristokratie, da man mich |viel in diesen Kreisen einlud, obwohl ich nicht einmal Empfehlungsschreiben hatte.
Hier in diesem gesegneten und verhungernden Land hatte ich wieder fast immer Regen. Ich bin schon mehr als 14 Tage hier. Aber wenn es bisweilen schön ist, dann ist es hier am Fusse des Etna in der starken herrlichen Wärme am Ufer des Meeres wahrlich sehr schön. Hier hat jeder Fleck ihre Geschichte, hier haben Araber und Normannen usw. Spuren hinterlassen, hier hat Heine’s Platen gelebt, und noch giebt es hier in Taormina nicht wenige deutsche Herren mit seinen Leidenschaften.
Ich lebe hier gesellig am Tage, einsam |von 5 Uhr ab, lese und schreibe viel, oder so viel ich vermag, denn alt und dumm bin ich.
Ich danke Herrn Beer Hofmann viel für das Buch von d’Annunzio, das ich zwischen Wien und Florenz las; es war mir eigentlich zuwider, und ich mag auch das Uebrige von d’Annunzio nur wenig. Uebrigens war die Uebersetzung sehr stark gekürzt, als ich sie mit dem Original verglich. Grüssen Sie mir sehr herzlich den weisen Mann, Wollzeile 15, I
Ich bitte Sie mich auch Ihrer Frau Mutter bestens zu empfehlen.
Ihr ergebener
Georg Brandes
    Bildrechte © University Library, Cambridge