|28. 6. 98.
Mein lieber Richard, ich bin die letzten Tage wirklich sehr fleißig
gewesen. Habe Vermächtnis insbesondre 2. u
3. Akt ziemlich gründlich hergenommen und glaube, dss ich
mit diesem Stück heute kaum viel weiter kommen könnte als
es ist. Morgen gebe ich Schlenther die
Aenderungen. Auch die Einakter sind so gut wie fertig – »und wie geht es
Ihnen?«
Ich kenn mich heuer mit dem Sommer gar nicht ordentlich aus. Hoffentlich können wir uns
im August, erste Hälfte treffen – doch sowohl ich als Hugo wären sehr für was |andres als Salzburg
eingenommen ((wo ich im Lauf
des Juli (20–27 herum) jedenfalls sein
werde.)) – Schweiz – Luzern – mit Rad gemischt –
Es ist nemlich auch sehr möglich, dass meine Mama nach Luzern geht,
in welchem Fall ich mich beinah verpflichtet habe hinzugehn. Hier bleib ich noch bis 12, 13, 14,
15 Juli. –
– Heut hab ich von Mirjam geträumt, aber es war
eigentlich ein kleines Kind, das ich behandelt habe, und ich |war riesig stolz, dass eine Patientin von mir so gut
aussieht – und ich hab sie Ihnen gezeigt, wir sind vor dem Haus, das an der Donau war, zusammen gestanden,
und Mirjam war am Fenster, 2. Stock, in den
Armen einer sage femme (der mir bekannten) – und war so dick und
glücklich, dass sie halb beim Fenster draußen war. (Dieser Traum ist ein Geschenk für
Paula. –)
Wie ist Ihre Stimmung? Versuchen Sie zu radeln? Arbeiten
Sie?
Leben Sie wohl. Herzlicher Gruss. Ihr Arth
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