Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 1. 6. 1899
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: 3. 6. 1899
Beer-Hofmann, Richard
Seeboden
Textzeuge 1
Signatur U.S.A., Yale, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale Collection of German Literature, MSS 31
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, Kuvert, 2.400 Zeichen
Handschrift Arthur Schnitzler 1) Bleistift, deutsche Kurrentschrift
2) schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift (Umschlag)
Zufügungen
Versand Stempel 1:
  • Ort: Wien 9/3
  • Datum: 2. 6. 99
  • Zeit: 9–10V
Stempel 2:
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann: Briefwechsel 1891–1931. Herausgegeben von Konstanze Fliedl. Wien, Zürich: Europaverlag 1992, S. 128–129.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 1. 6. 1899. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00921.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00921«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00921.html |titel=Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 1. 6. 1899 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1899-06-01 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 1. 6. 1899

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 1. 6. 1899

|Herrn Dr Richard Beer-Hofmann

|1. 6. 99.
Mein lieber Richard,
die Riesenkarte hab ich bekommen und danke für den lieben Frozelgruss. – Hier ist es traurig – immer trauriger – Frühling und einsam – und ich weiss nicht was ich mit mir beginnen soll –
Jetzt eben, Feiertag, Nachmittg, sehr schön – und der Abend vor mir – und nebstbei das »ganze« Leben – vollkommen |überflüssig. –
Neulich war ich mit Hugo Kampthal und Wachau, die Abende auf dem Land sind schauerlich – was da alles in der Luft schwebt – da verstummen die Worte und versiegen die Thränen. Ich habe Angst vor dem Sommer, besonders vor den Abenden, vor den Abenden am See –
– Zuckungen, als wenn ich |arbeiten wollte hab ich schon zuweilen, aber weiter noch nichts. Vorläufig steht es noch immer so, dass nur der eine Gedanke mildert – nun, Sie wissen ja.
Nebstbei, ganz nebstbei bringt mich auch das Ohrensausen langsam um – es ist wahrhaft gräßlich, nicht eine Sekunde Ruhe zu haben und jeden Tag ein wenig nur |ein ganz klein wenig schlechter zu hören. –
Sie wissen schon, dss der Direktor Schlesinger gestern gestorben ist. Morgen vor 14 Tagen waren Hugo und ich mit ihm auf der Rohrerhütte zusammen; er war heiser und sonst »ganz gesund«. –
Gestern war auch das »Vermächtnis«. Kein gutes Klima, unsre Stücke. – Zweimal war ich |in Kaltenleutgeben, bei Brahm. Er ist ein nahezu wohlthuender Mensch. –
Samstag beim »Richter von Zalamea«. Baumeister unbeschreiblich. Und das Stück! Hugo findet, dass Sie noch am ehesten so eins schreiben könnten (er meint, unter »uns«, also: Sie, er, ich, Leo Hirschfeld, Oskar Friedmann, Karlweis) – ich hoffe |Sie lassen ihn nicht in dem Glauben, – sondern schreiben wirklich ein Stück.
Hören Sie: Ein jüdischer Selcher will im Sommer einmal auf ein paar Augenblicke sein Local verlassen – die Thür ist offen, wie er hinaustritt – liegt ein großer Hund da. Der Selcher denkt: Mach ich jetzt die Thür zu, so merkt doch jenner (der Hund) dass |ich fort bin und springt sich durch die Glasscheiben in mein Geschäft und frisssich meine Würstel – ich lasse doch lieber die Thür offen, werd er glauben, ich bin gar nicht eweg gegangen. –
– Er geht, kommt nach einer Weile zurück, der Hund ist im Geschäft und hat sich richtig alle Würstel aufgefressen. Der Selcher schüttelt |den Kopf und sagt: »A so ä Dreh von dem Hund!«
– Schöneres kann ich Ihnen heut nicht mehr erzählen! –
– Grüß Sie Gott. Schreiben Sie mir bald.
Ihr Arthur
    Bildrechte © Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale