ich möchte Ihnen gern einen viel ausführlicheren Brief schreiben, möchte auch gern
über Richard vieles sagen, aber ich bin so
unglaublich abgespannt, sobald meine tägliche wie im Fieber eintretende Arbeitszeit
vorüber ist, dass |ich kaum im
Stand bin die Feder zu halten.
Ich war mit meinen Nerven noch nie so herunter: ein geräuschvoller Speisesaal macht
mir heftige physische Schmerzen im Genick und lauter solche Dummheiten. Ich werde
nach dem 28ten mindestens 14 Tage zu arbeiten aufhören |und das Landleben führen, das mir allein ganz wohl thut: tennys Bad und vielerlei harmlose Gesellschaft. Ich gehe daher nach Alt-Aussee entweder zu den Franckensteins oder zum Seewirth. Vor einer Radreise, jetzt, hätte ich bei
meinem übermäßig montirten und ruhelosen Zustand direct Angst. |Ich werd mich schon wieder in
Ordnung bringen.
Mein Stück ist ein fünfactiges
märchenartiges Trauerspiel, in Versen. 2 Acte sind nahezu fertig. Ich habe noch nie so gern an etwas gearbeitet. Fangen Sie nur auch zu arbeiten an.
Oder machen Sie jetzt mit Salten eine Radtour
|und lassen für mich und für
September nur den Weg Passau – Nürnberg – Rothenburg – München – Salzburg in
Reserve. Das wäre schön!
Und um den 15. August träfen wir uns bei Richard, verbrächten immer den halben Tag arbeitend, gingen
dann |nach Salzburg, noch mehr arbeitend und träten Anfang
September die Reise an. Mir folgen, ich bin der Gescheidtere!
Herzlich Ihr
Hugo
Hugo
P. S.
Es ist nicht ernst, dass ich der Gescheidtere bin. Sonst sind Sie vielleicht
beleidigt.
|Immer schreiben!
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