|Ostersonntag 1902
lieber Hermann,
eine Dame bringt mir beiliegende 2 Skizzen, der Verfasser hat die Absicht
Journalist zu werden. Ich soll ihn protegiren. Was anders soll er noch nicht
geschrieben haben. Auf dich hab ich so viel Einfluss, ich soll’s dir doch einfach schicken.
Ich thue das, nicht ohne mich für diese Inanspruchnahme deiner Zeit gebührend zu
entschuldigen. Aber ich denke, in 3 Minuten hast du die Werke des jungen Manns
gelesen, und wir sind (bis auf weiteres) von dem Verdacht
befreit, |die »Jungen«
zu unterdrücken.
Wenn du mir überdies in 3 Worten dein Urtheil über die Leistungen dieses Herrn
kundgibst, in einem Brief, den ich der Dame gleich zeigen kann, u. mit deiner ganzen Aufrichtigkeit, die in diesem Fall
besonders nützlich, ja nothwendig wäre, so bin ich dir sehr verbunden. –
In Venedig sollen die Blattern sein. Man müßte sich für alle
Fälle impfen lassen, eh man hinunter|radelt.
Ich seh dich übrigens bei der »Kraft«probe.
Herzlichst der Deine
Arth Sch
Arth Sch
Bildrechte © Theatermuseum, Wien