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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 15. 5. 1902
Bahr, Hermann
Wien
Empfang: [15. 5. 1902 – 19. 5. 1902?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 5b
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.503 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »88«
Veröffentlichung 1
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2018, S. 237.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 15. 5. 1902. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01219.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01219«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Donnerstag, 15. 5. 1902

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Gedruckte Briefwechsel

Otto Brahm an Arthur Schnitzler, 15.5.1902

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 15. 5. 1902

|15. Mai 1902
Du bist enttäuscht, lieber Arthur, da Du geöffnet hast und siehst, daß diese Blumen, statt von einem Weibchen, nur von mir sind. Aber sie sollen Dir halt heute, wo Du ankommst
einmal sagen, daß ich Dich sehr gern habe und über unser gut und fest gewordenes Verhältnis froh bin und meine, es könne, was immer etwa noch das Schicksal zwischen uns werfen mag, doch eigentlich im Grunde |niemals mehr wankend werden. Und mir ist, frühere Dinge jetzt erst zu verstehen, und ich rede mir ein zu meinen, daß, was ich einst gegen Dich empfunden habe, vielleicht auch nur eine freundschaftliche Ungeduld gewesen sein mag, den zu lange bei seiner Jugend Verweilenden schneller männlich werden zu sehen. In meinem Verhältnis zur Duse |weiß ich jetzt ganz gewiß, daß die unbegreifliche Wuth, die ich nach meiner ersten Begeisterung plötzlich auf sie hatte, genau mit ihrer inneren Krise zusammenfiel, aus welcher sie verwandelt emporstieg. Wäre ich d’Annunzio und würde auch stylisieren, so würde ich sagen: Ich bin der Ehrgeiz meiner Freunde – io sono l’orgoglio della mia razza (was übrigens ganz |gut klingt).
Reden wir übrigens nicht vom Vergangenen, blicken wir vor . . .  und da kann ich Dir nur wünschen: Die nächsten zehn Jahre mögen Dir so reich sein, als es Dir die letzten gewesen sind! Dann werde ich Dich zu Deinem 50. öffentlich anstrudeln müssen, was weitaus nicht so gemütlich sein wird.
Des Herrn Jettel will ich gedenken. Wenn Du kommst, telephonier vorher. Herzlichst
Dein
Hermann
    Bildrechte © University Library, Cambridge