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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 29. 1. 1904
Bahr, Hermann
Marbach am Bodensee
Empfang: [30. 1. 1904 – 3. 2. 1904?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 5b
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 2 Seiten, 1.363 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »108«
Veröffentlichung 1
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2018, S. 292–293.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 29. 1. 1904. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01367.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01367«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 29. 1. 1904

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Schnitzler/Bahr
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 29. 1. 1904

|29. 1. 04

Lieber Arthur!

Ich »soll« nach Ortner zwei bis drei Monate hier bleiben, glaube aber nicht es so lang auszuhalten. Es ist hier sehr unangenehm und ich überlege hin und her, ob es nicht viel gescheiter wäre, in Taormina oder Kairo zu sitzen. Ich tue übrigens nichts, ohne vorher Ortner zu schreiben.
Der »einsame Weg« kam gestern an und wurde sogleich gelesen. Wunderbar finde ich, wie Du da von der Peripherie der Menschheit, an welcher sich die meisten Stücke sonst herumbewegen, in die Mitte ihres geistigen Lebens kommst, nemlich unseres geistigen Lebens, der Sachen, um die wir uns heute allein noch kümmern können. (Wobei ich mich an einen Satz Maeterlincks von dem still an seinem Tische sitzenden Greise und an manches erinnere, was in meinem Dialog vom Tragischen gefordert wird). Allerdings |hat mir gestern, beim ersten eiligen Lesen und in meiner jetzigen geistigen Trübung, im dramatischen Ductus etwas gefehlt, ich kann es nicht anders sagen, als daß mir die Bewegung des Stückes einige Male abzubrechen und sich dann auf eine mir nicht gleich verständliche Art wieder zu sammeln oder zu ersetzen schien. Ich lese es nun aber in ein paar Tagen wieder und mit diesen Bemerkungen ist wol überhaupt mehr mein elender Zustand als das Stück kritisiert.
Grüß Brahm und wen ich sonst in Berlin kenne, empfiel mich Deiner Frau und sei herzlichst gegrüßt von
Deinem alten
Hermann
    Bildrechte © University Library, Cambridge