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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: [24./25.?] 7. 1904
Hofmannsthal, Hugo von
Bad Fusch
Empfang: Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.284 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift Monat und Jahreszahl ergänzt: »7. 904.«
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »230«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 191.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, [24./25.?] 7. 1904. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01418.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01418«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01418.html |titel=Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, [24./25.?] 7. 1904 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1904-07-24 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 24. 7. 1904

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, [24./25.?] 7. 1904

|Bad Fusch 2×ten

lieber,

hier bin ich wirklich wie unter dem ersten Anhauch der Luft gesund geworden, und von einem innern Reichthum, dass ich manchmal, gegen Abend, auf eine steile Berglehne hin aufklettern muss, nur um das Blut vom Kopf abzuleiten und den unaufhörlichen |Zudrang von Gedanken, Bildern, Situationen, abzuleiten.
Es ist mir schwerer, in solchen Zeiten ein Buch zu lesen. Ich möchte alles, was mir in die Hände fällt, dramatisieren, selbst den GoetheSchillerschen Briefwechsel, oder die Linzer Tages-post.
Das »gerettete Venedig« hab ich heute abgeschlossen. Was noch |daran zu thun ist, das wenige lässt sich unter dem Abschreiben thun.Indessen sind aber, wie leuchtende Wolkeninseln hinter den Bergen hervor andere Stoffe gestiegen, zum Theil aus dem geheimnisvollen Abgrund des niemals schlafenden, umbildenden Gedächtnisses: das »Leben ein Traum« dieser fast zu große Stoff, hat seinen tiefen |dem Calderon fast entgegen gesetzten Schluss gefunden, »Pentheus« im Stoff den Bacchen des Euripides nahe, aber viel reicher und schöner, hat sich zum Scenarium gegliedert, zweiactig; »Orest in Delphi« der Elektra 2ter Theil zeigt seine Gestalten unheimlich deutlich – mit dieser Fracht gehe ich den 31ten nach Markt-Aussee, Rammgut.
Lassen Sie mich hier oder dort nicht ohne Nachricht. Ihr Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge