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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 26. 5. 1905
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: 27. 5. 1905
Beer-Hofmann, Richard
Rodaun
Textzeuge 1
Signatur U.S.A., Yale, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale Collection of German Literature, MSS 31
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 5 Seiten, Kuvert, 2.010 Zeichen
Handschrift Bleistift, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Versand Stempel 1:
Stempel 2:
  • Ort: Rodaun
  • Datum: 27 5. 1905
  • Zeit: 8–9V
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann: Briefwechsel 1891–1931. Herausgegeben von Konstanze Fliedl. Wien, Zürich: Europaverlag 1992, S. 173–174.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 26. 5. 1905. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01520.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01520«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 26. 5. 1905

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 26. 5. 1905

|Dr. Arthur Schnitzler
|Herrn Dr Richard Beer-Hofmann
bei Wien.

|Wien 26. 5. 905
lieber Richard, eigentlich hab ich mir gedacht, dass das viele unverständige u perfide, das Sie nun lesen mußten (mußten?), Sie kühler gelassen hätte – aber es scheint wirklich: auf etwas gefasssein hilft uns immer nur so lange als es nicht da ist. Mir war am zuwidersten Polgar, der mir nebstbei Talent zu haben scheint und gut schreibt, – und der sich zum Schluss, in seiner Sehnsucht |nach dem gemeinen Kerl, so anmutig verräth. Er hat doch bisher sselten vergeblich gelechzt; – man dürfte ihm sagen: Warum in die Ferne schweifen? Ach das gemeine liegt so nah. Auch er gehört übrigens zu denjenigen, denen man doch einmal Zeit gönnen sollte – meinetwegen 12 Jahre, damit sie ungestört ihren Grafen von Charolais oder auch nur die 10 schönen Verse dichten können – dann würde man doch |sehen, was herauskommt . . .  mit Bildung und Fleiß und Willen . . . . 
– Was mich nicht hindert, mich dem Wunsche mancher andrer anzuschließen, dass Sie bald was neues anfangen –; wohl aus andern Motiven wünsch ich das, als die manchen andern; aber ich wünsch es sehr. Vor allem darum weil Sie dann die Empfindung hätten, dass die Leute, die über den Dichter des Charolais schreiben, eigentlich nicht mehr über Sie, sondern über |einen andern schreiben, und es ist Einem, ich versichre Sie, ziemlich gleichgiltig, – was die Leute über einen andern schreiben.
– Heute erst hab ich wieder Ihren Grund bewundert. Frl. Erl, die mit uns war, sagte: Wieso ist er ihm noch nicht weg gekauft worden? –
Kommen Sie bald, vielleicht zu Tisch? Ich dictire jetzt manchmal Nachmittag also wärs mir lieb, wenn ich früher von Ihrem Kommen unterrichtet |wäre. – Vormittag spielen wir 3mal Tennis, was mir enorm viel Vergnügen macht. Müssen Sie auch, sobald Sie Währinger geworden sind.
Wir grüßen Sie beide und die Kinder. Olga war von Ihrem Brief so ergriffen, dassie eine Thräne im Augenwinkel hatte. Ich sage nichts als: dos is e Dichter. Aber ich hab mich sehr gefreut. Warum »aber«?
Herzlichst
Ihr
A.
    Bildrechte © Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale