|20. 9.
Lieber Arthur!
Ich hab nun auch das Zwischenspiel gelesen, mit
einem sehr großen artistischen Vergnügen. Es ist eine reizende Comödie und ich finde
es wunderbar, wie Du in die Form des alten Burgtheaterstücks die feinste Psychologie und
unsere neuesten Probleme gebracht hast. Mich stört nur manchmal der (gewiß
beabsichtigte) Cafehauston zwischen den beiden Freunden, eine Art von philosophisch wienerisch
jüdischer Schnoddrigkeit, die in früheren Jahren mir vielleicht noch geläufiger als
Dir war, aber seien wir froh, daß es vorbei ist! Mehr noch stört mich Dein Fürst. Warum mußt Du einen sich
in einer heiklen Situation sehr nett benehmenden Menschen in eine Kaste versetzen, in
welcher Roheit die Regel, sittlicher Takt unbekannt ist? Und wie unangenehm wird
einem die Frau, die sich von so einem hofieren läßt! Aber dies alles mündlich. Könnte
ich nicht nächste Woche einmal Vormittag auf ein paar Stunden zu Dir kommen? An
Abenden macht sichs zu schwer. Grüß Deine Frau herzlichst! H.
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