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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: [22.? 1. 1906]
Treibl, Adolf
Wien
Empfang: [22. 1. 1906 – 26. 1. 1906?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur D, Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, HS.NZ85.1.4815,1
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 5 Seiten, 1.590 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift beschriftet: »Ehrenstein (Treibl«

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Adolf Treibl an Arthur Schnitzler, [22.? 1. 1906]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01575.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01575«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Montag, 22. 1. 1906

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Adolf Treibl an Arthur Schnitzler, [22.? 1. 1906]

|Euer Hochwohlgeboren

Hochverehrter Herr Doctor

Die Woche fängt für mich gut an. Schon am Montag morgen muß ich ein Vergehen beichten. Dieser Brief hätte Euer Hochwohlgeboren schon Samstag zugehen sollen. Aber ssind wir Menschen. Im Unglück zerknirscht und demütig, wird doch |kaum daß es besser geht, der alte Schlendrian eingeschlagen und die kleine, kleinliche Tagesarbeit erscheint wichtiger, als Treue und Dankbarkeit zu bezeugen. Das ist nur eine Selbstanklage. Die Familie Ehrenstein trifft kein Verschulden.
Albert befindet sich am Wege der Besserung und ist mit Zustimmung des Prima|rius Dr Kornfeld, der vorgestern dort war und heute wieder kommt in häuslicher Pflege belassen worden. Der krankhafte Erregungszustand ist im Abflauen. Seine Handlungsweise vom vorigen Sonntag erkennt Albert schon als abnormal. Sein Gang isschon natürlicher, drückt bei weitem nicht mehr die gehobene Stimmung eines Siegers aus. Unnützes |Lachen kommt nicht vor, doch hat er noch namentlich abends Angstgefühle und findet auch noch – wenn auch seltener – Beziehungen litterarischer Größen zu sich und seinem Verhalten.
Dr Kornfeld ordnete unter anderem auch gelinde geistige Beschäftigung an und Albert hat gestern im Herder gelesen u darüber eine Kritik zu liefern gehabt. Daß Gott erbarme wie Herder wegkam. Er selbst be|zeichnete die Arbeit ironisierend als »Schularbeit« und klassifizierte sie mit »nicht genügend«.
Mit vielem und herzlichen Dank für Ihre Teilnahme an das Geschick des Kranken bitte ich um Entschuldigung, wenn ich so frei sein werde dieser Tage weiter zu berichten
In vollkommener Hochachtung
ergebst
Ad. Treibl
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar