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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 11. 3. 1906
Brandes, Georg
Empfang: [11. 3. 1906 – 15. 3. 1906?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 17
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.126 Zeichen
Handschrift blaue Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »30«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 91.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 11. 3. 1906. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01589.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01589«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Sonntag, 11. 3. 1906

Aufenthaltsorte
Arthur Schnitzler digital (Werke 1905–1931)

Fink und Fliederbusch, Typoskript

Publikation in Vorbereitung

Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Weiteres

Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 11. 3. 1906

|Kopenhagen 11 März 1906

Verehrter und lieber Freund

Haben Sie herzlichen Dank für die gute Gabe, die Sie mir schickten, Ihr letztes Schauspiel. Ich habe meine Freude daran gehabt. Die Welt Ihrer Phantasie zieht mich immer an und erregt meine Bewunderung, da ich selbst wenig Phantasie besitze und erstaune, dass ein anderer all das erfinden kann.
Seit lange beschäftigt es Sie, wie der Gedanke an den nahen Tod die Gefühle beeinflusst, Schleier der Beatrice, Lieutenant Gustl, usw. Hier variiren Sie das Thema; der Gedanke an den Tod des Liebsten wirkt ebenso. Sie sind ein Grübler über den Tod, wie schon Ihr »Sterben« zeigte. Die Hälfte |Ihrer Produktion ist Thanatos, die Hälfte Eros gewidmet. Aber dadurch haben Ihre Arbeiten eine so grosse Spannweite (wenn das Wort deutsch ist).
Ich las eine sehr unverständige Kritik über Ihr Werk in dem Tag; es scheint mir, dass die meiste deutsche Kritik allzu viel fertige Begriffe und Ansprüche mitbringt; sie ist weniger geschmeidig als die unsrige.
Es war mir sehr lieb, Sie jene Stunde bei Fulda zu treffen. Ich möchte, dass Sie wieder einmal nach Dänemark kämen.
Ihr dankbar verbundener
Georg Brandes
    Bildrechte © University Library, Cambridge