mein lieber Arthur
ich habe rechtes Verlangen, von Ihnen ein bischen ausführlicher zu hören.Von mir (und Gerty) kann ich, was Stimmung, Laune, Genießen des Sommers betrifft, nur
Gutes berichten, von einer größeren Arbeit ist freilich noch nichts zu sagen,
manchmal |scheint dergleichen
recht nahe, dann ist es wieder, als ob es untertauchte und sich verbärge, aber nicht
in Wasser, sondern in einer viel härteren undurchsichtigen Substanz, doch halte ich
gar nicht für unmöglich, dass der Herbst, der mir oft günstig war, auch diesmal
plötzlich und springquellhaft wieder etwas |hervortreibt – das Gefühl der
Armut hatte ich jedesfalls nicht, vieles größere und kleinere mehr Gedankenhafte hat sich geordnet, aufgeschrieben hab ich auch gar nicht weniges und eine gewisse
Möglichkeit, episches (kürzeres zunächst) in mir auszubilden fühle ich auch, mehr als
ein Vorgefühl |allerdings. Unseres
letzten Zusammenseins, des Spaziergangs bei drohenden
Wolken und des schönen leichten und inhaltsvollen Redens denke ich auch – auf ein
paar Tage Semmering (vielleicht mit Brahm) möchte ich jedenfalls rechnen.
Ich weiß nicht, (da es so wunderschön ist) ob ich nicht noch 10–14 Tage hier bleibe,
die Kinder sind schon in Rodaun.
Schreiben Sie.Von Herzen
Hugo.
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