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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 8. 9. 1906
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [9. 9. 1906 – 13. 9. 1906?]
Hofmannsthal, Hugo von
St. Gilgen
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,125
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 2.460 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 221–222.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 8. 9. 1906. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01625.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01625«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 8. 9. 1906

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 8. 9. 1906

|Wien, 8. 9. 906

mein lieber Hugo,

auch unser Sommer war gut. In Marienlyst waren wir volle sechs Wochen. Schöne Seebäder, höchst anmuthige Waldspaziergänge, ein angenehmes Hotel. Schrieb ein fünfactiges Stück, das natürlich vorläufig nicht zu brauchen ist und von dem ich noch nicht weiss, wann ich es vollende. Auch einen Einakter hab ich ausführlich skizzirt. Salten und Frau war einen Nachmittag bei uns, mit Verwandten. Schon nach Erledigung der Umzugsfrage und daher in guter Stimmung. Ich freu mich sehr, dass er wieder zu uns kommt. Frau Fulda war ein paar Wochen in Marienlyst und blieb noch nach unsrer Abreise. |Meine Schwägerin war in Gilleleje, nördlich von Marienlyst, am offnen Meer, kam dann auf ein paar Tage, mit Steinrück zu uns, wir fuhren gemeinschaftlich nach Kopenhagen. Sie ist jetzt in Görbersdorf, es geht ihr recht gut. Von Kopenhagen aus wurde Heini, dem das Meer sehr imponirt hat und der jetzt wo er kann, mit seinen Reiseerlebnissen protzt, mit dem Fräulein nach Wien spedirt. Wir zwei fuhren nach Weimar, das uns aufs tiefste ergriff. Fred, äußerssympathisch, aber recht leidend, war ein paar Tage mit uns zusammen. Von Weimar nach Ilmenau, auf den Kickelhahn; von Ilmenau zu Wagen, |durch den reizvollen Thüringerwald, über die Schmücke, nach Oberhof, das sich ganz alpenhaft geberdet, gleich weiter nach Eisenach, nach Nürnberg, wo wir das hübsche Marionettentheater von Brann sahen, und von da nach Wien. Hier sind wir seit beinah drei Wochen. Olga ließ sich von Julius eine Kleinigkeit an den Füßen operirenso dssie noch nicht Tennis spielen kann. Ich hingegen sehr fleißig, beinah täglich. Mit Wassermann, Agnes Speyer, Speidel u Frau. Arbeite wenig. Beschäftigt mit einem Stück, das ich schon vor 3 Jahren begonnen habe (modern.) – Morgen fahren wir alle auf den Semmering, für etwa |acht Tage. Es wäre nicht unmöglich, dss ich für meinen Theil von dort aus noch weiterwandere oder radle, vielleicht mit Wassermann, ins Salzkammergut. Lassen Sie mich jedenfalls wissen (Südbahnhotel) wie lange Sie noch in Lueg bleiben. Hiemit wäre das äußerliche der letzten Monate und der nächsten Zukunft in Kürze mitgetheilt; es gab im übrigen recht viele gute Stunden aber mehr hypochondrische als mit Ruhe zu tragen wären. Künstlerische Intensitäten wurden häufiger auf Spaziergängen durchlebt als am Schreibtisch, und die neuesten Gestalten lassen sich wohl bis ins tiefste erkennen aber nicht bis ins letzte regieren. Ich freue mich auf unser nächstes Zusammensein und erhoffe es bald.
Herzlichst Ihr
A.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main