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II
1910
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Sehr geehrter Herr Doktor,
gestern endlich erhielt ich Antwort von Herrn Bie, die ich beilege, da ich mich in deren Interpretation nicht sicher
fühle. Ich weiß vor allem nicht, ob ich dem Schreiben entnehmen darf, »Tubutsch« werde – was mir den Fang eines
Verlegers erleichtern würde – nach einer Umarbeitung rundschaumöglich sein. Das wäre mir am liebsten, Denn essayistisch habe ich
mich noch nicht recht versucht, das Wiener Leben
ist mir unbekannt und was Herr Bie unter einem
netten Thema versteht (er meint wohl so etwas wie die Hofrichter- oder Borowskaaffaire) hat auf mich bei meiner Gefühlsstumpfheit kaum je einen zu
druckfähiger Meinungsäußerung |drängenden
Eindruck gemacht. Gern aber würde ich mich z. B. Schroeder’s Homerübersetzung befassen, wenn mir das Buch dieses exklusiven Autors zugänglich
wäre. Vielleicht können Sie, hochverehrter Herr Doktor, mir raten und zugleich mir
eine zweite Frage beantworten, die mich sehr interessiert. Wann nämlich der junge Herr Medardus ursprünglich im Buchhandel
hätte erscheinen sollen, wenn er nicht (um die Zeit Ihrer Volkstheaterpremiere?) zurückgezogen worden wäre?
Indem ich herzlichst für Ihre Empfehlung danke, die, scheint es, diesmal doch zu
einem für das deutsche Schrifttum erfreulichen Resultate führen dürfte, bin ich mit den besten Grüßen
Hochachtungsvoll
Ihr ergebenster
Albert Ehrenstein.
Ihr ergebenster
Albert Ehrenstein.
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