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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 13. 7. [1910]
Hofmannsthal, Hugo von
Rodaun
Empfang: [14. 7. 1910 – 18. 7. 1910?]
Schnitzler, Arthur
Wien
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 43
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 8 Seiten, 2.213 Zeichen (das zweite Blatt mit »2« gekennzeichnet)
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler mit Bleistift die Jahreszahl ergänzt: »910« und beschriftet: »Hugo«
Ordnung 1) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »«
2) mit Bleistift von unbekannter Hand nummeriert: »320«
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 250.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 13. 7. [1910]. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01947.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L01947«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Mittwoch, 13. 7. 1910

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Weiteres

Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 13. 7. [1910]

|Rodaun 13 Juli.

Mein lieber Arthur,

neulich hatte ich einmal den Gedanken: man wohnt doch in der selben Stadt – so kann man doch ein Mal, wenn man sich wünscht, den andern zu sehen, auch Glück haben, ohne erst einen Brief zu schreiben oder ein Telegramm zu schicken – und als ich dann bei Euch die Treppe heruntergehen |musste, war ich unverhältnismäßig traurig. Freilich das einzelne ist ja immer ein Zufall oder ein unbeträchtliches Detail, aber das Ganze macht mich wachsend traurig, ich kann mir nicht helfen. Man isseit 20 Jahren gut miteinander, man issich weder fremder, noch uninteressanter, noch weniger lieb geworden, |sondern im Gegentheil vielleicht, man gehört demselben Berufe an, man wohnt in einer Stadt – und man verbringt keine 20 Stunden im Jahr miteinander! Mir geht es furchtbar ab – Euch, Ihnen und Richard offenbar viel weniger, das ist ja Temperamentssache. Am Lido |hatte ich oft daran gedacht, hatte ssicher gehofft, in diesen drei Wochen Juli würde man sich mehr als einmal sehen, – es sind Jahre her, dass Sie nicht in meinem Haus waren! – und nun kommt es so. In dieser Woche, wo wir noch hier sind, übersiedelt Ihr, zu Anfang der nächsten Woche fahren wir mit |den Friedmanns fort, über München an den Bodensee (eine Landschaft die ich nicht kenne und mir lange wünsche) dann über den Arlberg nach Tirol hinein und sind ungefähr die ersten 10 Tage des August in Canazei. Dann sind wir für viele Wochen |in Aussee. Kommt doch im September ein bissl dorthin, da ist gewöhnlich eine sschöne Zeit.
Wenn Ihr jemals wieder nach Tirol geht, will ich alles tun, um für eine Zeit an den gleichen Ort zu kommen; ich habe |eine sschöne liebe Erinnerung an die Tage in Welsberg – das ist aber auch schon wieder 4 Jahre her.
Vielen Dank für Ihre so lieben Zeilen nach der Cristina.
Ein Wort über eine Arbeit von Ihnen (auch die Einschränkungen, die ich mir ganz zu eigen machen kann) das isso |ganz dasselbe was es vor 18 Jahren war, und ganz etwas anderes, als was von fremderem Mund kommt.
Wie gerne hätte ich wieder ein neues Buch von Ihnen in der Hand. Wie gerne möchte ich Ihnen meine Spieloper vorlesen.Schicken Sie mir ein paar Zeilen nach Canazei, Südtirol, dann später.
Von Herzen Ihr
Hugo.
Alles Gute Olga und den Kleinen von uns beiden.
    Bildrechte © University Library, Cambridge