Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 6. 10. 1911
Brandes, Georg
Dänemark
Empfang: [6. 10. 1911 – 10. 10. 1911?]
Schnitzler, Arthur
Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, B 17
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 3 Seiten, 1.707 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, lateinische Kurrentschrift
Zufügungen
Schnitzler 1) mit Bleistift beschriftet: »Brandes«
2) mit rotem Buntstift eine Unterstreichung
Ordnung von unbekannter Hand nummeriert: »36«
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 101.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 6. 10. 1911. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02033.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L02033«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L02033.html |titel=Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 6. 10. 1911 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1911-10-06 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 6. 10. 1911

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 6. 10. 1911

|Kopenhagen (genügend Adresse)
6 October 11

Verehrter und lieber Freund

Graf Prozor, russischer Diplomat, vieljähriger Uebersetzer Ibsens ins Französische – er hat zur Frau eine schwedische Gräfin und kennt unsere Sprachen – hat eine Tochter, die durch die Wirksamkeit des Vaters Ibsen-Enthusiastin und Ibsen-Darstellerin geworden ist.
Fräulein Prozor soll am 12ten in Wien Hedda spielen. Der Vater hat mich wiederholt gebeten, ihr die Bahn zu ebnen durch einen Artikel in der N. fr. Presse. Ich antworte ihm 1) dass ich in keinerlei Verbindung mit der N. fr. Presse stehe 2) dass ich seine Tochter nie gesehen habe.
Er giebt nicht nach, fleht immer als alter Freund, ich möge jemand in Wien seinet|halber plagen.
Ich kenne Niemand, der mit Theatersachen irgendwie in Berührung steht, als Sie allein.
Meine Bitte ist also: fordern Sie, lieber Freund und in Wien gewiss nicht ohnmächtiger Meister, irgend einen Journalisten auf, das Frl. Prozor (in der Truppe von Suzanne Desprès) zu interviewen und für Sie ein wenig Stimmung zu machen.
Dies ma corvée.
Aber ich mag nicht dies langweilige Zeug abschicken ohne Ihnen aufs Neue zu sagen, wie lieb ich Sie trotz der Entfernung und meines Alters habe, und wie gerne ich Sie wiedersähe.
Ich habe in Italien, Frankreich und Dänemark in diesem Frühjahr 3 Monate durch Venenentzündung verloren. Ich war jetzt in |Schottland, weil die Universität St. Andrews mich à l’occasion seines 500 jährigen Bestehens zum Ehrendoktor ernannt hatte. So sah ich allerlei Malerisches in Schottland.
Ich weiss jedoch, dass mehr Geist in Wien als in Edinburgh ist, und Sie sind mir der eigentliche Vertreter dieses Geistes.
Ihr in alter Freundschaft ergebener
Georg Brandes
Ich habe leider Ihre Adresse vergessen, was den Brief verspäten wird
    Bildrechte © University Library, Cambridge